Suizidgedanken bei Autisten – Depression oder etwas ganz anderes?

Je mehr Autisten ich kenne und je mehr ich aus dem Leben der anderen erfahre, desto deutlicher wird mir eine Gemeinsamkeit bewusst. Sicher nicht bei allen, aber bei einer erschreckend hohen Anzahl.

Es ist das Gefühl, dass das Leben so schwer ist, dass es einfach eine Qual ist. Letzte Nacht hatte ich einen Traum: Ich selbst lag auf einem Krankenbett auf einer Sterbestation und ein Arzt kam und teilte mir mit, dass ich innerhalb der nächsten zwei Tage sterben würde. Später kam er wieder und meinte, er hätte sich vertan, ich hätte noch 2 Wochen. Aufgewacht bin ich mit einem Gefühl der Wut und Verzweiflung. „Was, noch 2 Wochen muss ich diesen Mist hier aushalten?“

Dabei handelt es sich nicht um eine „normale“ Depression. Das würde bedeuten, dass das Leben immer kaum aushaltbar wäre, nicht nur temporär. Es ist immer dann schlimm, wenn die Außenwelt so sehr mein Leben beeinflusst, dass ich merke, dass sie meine Kräfte übersteigt.

Ganz gut kann ich das auch an meinem autistischen Sohn beobachten. Er hatte schon in früher Kindheit geäußert, nicht mehr leben zu wollen, inzwischen bekommt er Antidepressiva. Bei ihm scheint das etwas zu helfen, auch wenn er weiter durch die Außenwelt so gestresst ist, dass er sich die Haare ausreißt und seine Finger blutig beißt – bei mir nicht. Das ist nun auch keine Überraschung, denn Autisten reagieren auf Medikamente nicht wie NT´s. Leider wissen dies nur wenige Ärzte und dementsprechend kommt von dieser Seite wenig Hilfe.

Wenn ich zum Arzt gehe und berichte, wie es mir geht, werde ich oft nicht ernstgenommen. Ich kann gar nicht mehr aufzählen, wie oft ich den Satz gehört habe: „Aber Sie sehen doch gut aus?“ Oder: „Wenn es Ihnen schlecht gehen würde, würden Sie anders aussehen“. Natürlich habe ich mir schon oft Gedanken darüber gemacht, weshalb meine inneren Nöte nicht nach draußen klingen. Einerseits fehlt mir wohl der Gesichtsausdruck, den ein leidender Mensch zeigen muss und andererseits bin ich im „Schauspielmodus“, wenn ich das Haus verlasse. Der ist schon so perfekt eingeübt, dass ich ihn gar nicht mehr aufgeben kann. Dazu gehört perfektes Styling und Makeup – alles abgeschaut. Wenn ich zu Hause bin, wird alles ausgezogen, wie eine Haut, die abgestreift wird. Sie ist nämlich nicht meine.

Ich frage mich, wie die Situation für Autisten verbessert werden könnte, damit so viele von uns nicht nur ein „etwas weniger schlechtes Leben“, sondern ein schönes Leben leben könnten. Für mich wäre zum Beispiel eine Arbeit, die mir gerecht werden würde (also nicht intellektuell unterfordernd) und die mich gleichzeitig nicht überfordert (mit Menschenkontakt, hellem Licht, lauten Tönen, etc.) ein Traum. Ich würde mich wertgeschätzt fühlen, wenn ich so eine Arbeit nicht aus einem Mitleidsakt erhalten würde, sondern weil man meine Fähigkeiten schätzt.

Das ist auch so eine Hoffnung von mir: dass die Außenwelt uns nicht nur als schwierig und Kostenintensiv und auffällig wahrnimmt, sondern als gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft. Trotz all unserer Schwierigkeiten bieten wir Autisten alle einen Blick auf eine andere Welt, teilweise mit besonderen Fähigkeiten. Es wäre schön, wenn diese Welt in der realen Welt der NT´s integriert werden könnte. Dann gäbe es keinen Grund mehr zum flüchten – im schlimmsten Fall aus dem Leben.

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27 Gedanken zu „Suizidgedanken bei Autisten – Depression oder etwas ganz anderes?

    1. Kristin Behrmann

      Dieses nicht-durchdringen-können zur Gesellschaft, finde ich gerade im privaten Bereich schwierig. Wie kann das sein, dass manche Autisten eine Familie aufbauen können? Einzelfälle? Ich wäre gerne bereit, doch ich habe keinen Zugang. Beruflich bekomme ich zwar Anerkennung und habe sogar gute Kontakte. Deine Anmerkung, nicht als Sozialprojekt im beruflichen Sinne gesehen zu werden, kenne ich leider auch. Hatte dennoch Glück eine berufliche Nische zu finden. Oder anders formuliert – ich habe mir selbst berufliche Aufgaben gesucht. +++ Danke für deine gelungene Ausformulierung. +++

      Antwort
  1. Corinna Wagner

    Hallo, genau diese Phänomen beobachte ich bei meiner Tochter. Ständig fühlt sie sich als looser und ich steh hilflos daneben 😦 einen emotionalen Aufbau nimmt sie nicht an. Aber ich merke oft wie depressiv sie ist und habe große Angst vor dem Tag an dem sie äußert das sie nicht mehr leben will. Dein Beitrag ist toll. Unsere Kinder müssen gerade in der schule ein Schauspiel liefern und noch Leistung erbringen. Wie hält man das aus?

    Ich habe 1000 fragen und möchte einmal an nur einem einzigen Tag als autist leben und fühlen um meine Tochter richtig verstehen zu können, denn das kann niemand so wirklich.

    LG auch an deinen Sohn, vielleicht klappt es ja mal 😉 mit einem Treffen.

    Antwort
    1. mellissandra

      komm in die gruppen bei fb, in einigen hast du autistinnen, die gleichzeitig mutter sind, als admins, das ist zum teil hart, für die normneurotypischen mütter zu verstehen

      aber wir hatte grade in den letzten drei tagen einen fall der mich tief bewegt hat, weil ich es als kind besser hatte, mein „anders sein“ wurde zuhause, von meinen großeltern einfach akzeptiert, meine bedürfnisse ( frühstück NUR weißbrot mit nutella und kakao bis ich 25 war) , wecken NUR mit plattenspieler anmachen und wortlos wieder rausgehen, und abwarten, ob ich 30 min später gewaschen und angezogen (und immer noch wortlos, hinter einem buch) am frühstückstisch sitze

      ich habe keine ahnung, ob meine oma mich lieber mit lieben worten und einem streicheln über den kopf geweckt hätte, aber ich bin zutiefst dankbar dafür, das sie es unterlassen hat, dieses unterlassen, dieses mir die zeit zu lassen, nach dem aufwachen in ruhe, ohne jede interaktion, ohne jedes reden-müssen, mich zusammensetzen zu lassen, mich für den tag zu wappnen, in stille und ruhe, war für mich die höchste form von respekt und liebe

      die normneurotypische mutter die dieses aufstehproblem mit ihrem sohn auch hatte, hat auf unseren rat gehört….und seit 3 tagen kein motziges, übelst mißgelauntes kind, sondern ein wesentlich entspannteres und zugänglicheres am frühstückstisch sitzen

      sie hat geschrieben, das ihr diese neue verhaltensweise kalt vorkommt….mir ist bewußt, das sie als NT liebe mit ganz anderem verhalten asoziiert, ich bin froh, das sie sich auf den versuch eingelassen hat…

      Antwort
    2. beautismus Autor

      Du kannst mich gerne fragen. Ich bin sehr froh über solche Mütter wie dich, die nach Anworten suchen. Danke.

      Antwort
  2. mellissandra

    ich habe eine solche arbeit

    ich bin durch puren zufall, kurz bevor die arbeit für eine zeitarbeitsfirma mich hochwahrscheinlich, durch die abrupten umwelt-kollegen-abrbeitsfeld-wechsel, in die klinik gebracht hätte, da gelandet, wo ich seit 4 jahren arbeite

    nicht immer glücklich, aber…meine normneurotypischen kolleginnen schäumen wenigstens über die gleichen dinge, sie mögen mich, glaub ich wenigstens, und sie schätzen definitiv, das ich über den eigentlichen (schon hochkomplizierten und extrem verantwortungsvollen) job hinaus, dinge kann, dinge die mir soviel spaß machen, das ich sie, obwohl es für die arbeit war, manchmal freiwillig in meiner freizeit gemacht habe

    ich bin gut darin, im richtig nahbereich, gute scharfe und richtig belichtete, fotos zu machen, privat mache ich die von blumen, beruflich konnte ich es für die dokumentation unserer OP siebe nutzen

    ich entwerfe für mein leben gerne nützliche formulare und weiß eben auch wie 😀

    das ich unsere überarbeitet habe, war eigentlich pure faulheit (so auf lange sicht gesehen) von mir, da stand 1x 20 min überlegen und ausprobieren, gegen 5×4 stunden pro woche *sich schwarzärgern auf der arbeit“ 😀

    und ich kann richtig gut mit excel und daten umgehen, und (nicht ganz so professionell, wie manche meiner autistischen freunde, aber eben immer noch um lichtjahre besser als meine kolleginnen) mit einem pc, emailprogies…

    dafür wissen meine kolleginnen, das ich nicht immer ironie erkenne, das ich sie draußen, wenn sie kein OP-blau und häubchen aufhaben, hochwahrscheinlich nicht erkennen und grüßen werde, sie wissen, das ich das nicht böse meine

    meine kolleginnen wissen sogar, das ich abends am besten arbeite, und sie respektieren das, indem sie mich nicht zwingen zu wechseln, sondern mir sogar dankbar sind, dafür, das ich freiwillig alle spätschichten übernehme

    Antwort
    1. beautismus Autor

      Auf so einen glücklichen Zufall hoffe ich auch. Wie schön, dass es bei dir geklappt hat :-).

      Antwort
  3. Nelio

    Ich stehe zur Zeit wieder in einer solchen Depression. Durch Arbeitslosigkeit leider zur Zeit immer häufiger. Wenn es mir richtig schlecht geht, erkenne ich die Hilfe anderer nicht an und ich werde sauer wenn sie mir weiter helfen wollen.

    Ich bin erst Anfang 20 hatte aber schon unzählige Male die Diskussion zwischen mir und mich. Zwischen Kopf, der springen will und Herz, welches mich bisher immer rettete. Eigentlich müsste ich längst tot sein, aber irgendeine Kraft die ich nicht benennen kann hält mich auf und bringt mich jedes Mal wieder auf die richtige Bahn.

    Ich bin Egozentriker – ich stehe im Mittelpunkt, will zwar anderen helfen aber meine Basis nicht aufgeben. Ich habe Angst mich fallen zu lassen, wenn ich andere Menschen und ihre Gefühle – die ich sehr wohl wahrnehme – vor meine eigenen stelle. Genau aus diesem Grund werde ich Egoist – es wirkt nach außen als wären mir andere in diesem Moment egal, sind sie aber nicht.

    Das ist alles ein Teil meiner Depression. Ein Teil meines ICHs, welches ich gerne mal ablegen würde.

    Danke für diesen Gedankenanstoß!

    Antwort
  4. alexgedankenkotze

    Sehr schön was Du reflektiert hast. Mir hat es auch sehr gut getan, zu erfahren das ich damit nicht alleine bin.

    Antwort
  5. Pingback: Markierungen 05/11/2014 | Snippets

  6. Asprid

    och, Du bist doch immer ein wertvoller Mensch, nicht nur wenn Du von außen gewürdigt wirst! Natürlich wäre eine gute Arbeit schön. Aber das, was Du bist, hängt nicht davon ab. Du bist auch ohne Annerkennung oder Stelle so gut, wie Du eben bist. Nur daß die Umwelt zu blöd ist, es zu merken. Hab Mitleid mit ihnen, sie sind so beschränkt.
    Ich hab viel hinter mir und Furunkel bekommen, weil mir alles so unter die Haut ging. Inzwischen habe ich mich davon gelöst, auf Ankerkennung aus dem Dorf zu warten. Dein blog ist ein guter Weg, Anerkennung zu bekommen, denn er ist wertvoll und bereichernd, und Du erreichst damit ein überregionales Publikum. Die Zielgruppe ist größer, und siehe da: Wir lesen gern bei Dir und fühlen uns angesprochen. Du gibst uns Mut, und keiner zweifelt daran, was Du alles kannst.
    Nimm Deine stupide Arbeit als das, was es ist: Es gibt Geld und hält Dir den Kopf frei, so daß Du Dich danach den Dingen widmen kannst, die Dir wirklich wichtig sind. Dein Sohn, Dein blog, Deine Interessen…
    Mein Bruder hatte sich mal zum Ziel gesetzt, täglich 1 Std. für seine berufliche Weiterentwicklung zu sorgen: Adressen oder Ansprechpartner sammeln, die ihm wohlwollende Bekannte genannt hatten. Eine Homepage machen. Bewerbungen schreiben. Praktika machen. Ideen sammeln, wohin es gehen soll. Alles mögliche eben zum Thema „arbeiten, aber wo und was“. Das hat geholfen. Hartnäckig in kleinen Schritten.
    Laß Dich nicht entmutigen, auch Dir wird irgendwann die richtige Stelle über den Weg laufen. Bis dahin findest Du heraus, was Du alles brauchst, willst und kannst, und dann hast Du genug Entscheidungsgrundlage, um schnell zugreifen zu können. Und bis dahin spielst Du häßliches Entchen. Kinder werden groß, und Schwäne wachsen heran.

    Antwort
  7. 6083mit

    Hallo,

    schließe mich Asprid an, du bist ein sehr wertvoller Mensch.
    ich habe sehr große Angst, dass du dir wirklich was antust, oder die anderen autistischen Frauen hier.

    aufgrund deines Traumes, und dass du so erschrocken aufgewachsen bist, dass du nun leider Gottes doch noch zwei Wochen statt der gewünschten zwei Tage vor dir hast, mache ich mir nun erst recht große Sorgen.

    ihr seid viel zu wertvoll, um euch umzubringen!!. ihr seid so tolle Menschen: warmherzig, intelligent und liebevoll – davon hat dieser Planet viel zu wenig, und allein deshalb müsst ihr bleiben – bitte :(( !!

    ich bin selbst Asperger-Autistin und weiß, wie schwer es manchmal ist, gerade weil wir in einer reizüberfluteten Leistungsgesellschaft leben. es ist nicht so, dass ich nicht auch darunter leide, ganz im Gegenteil. Aber es gibt auch so viel schönes auf der Welt :)!!

    fühlt euch alle von mir lieb gedrückt!!
    Katharina

    Antwort
    1. annaautland

      Liebe Katharina,

      vielen Dank für deine mitfühlende Antwort.
      Ich wollte dich nur kurz wissen lassen, dass der Blogbeitrag schon 2 1/2 Jahre alt ist und dass die Autorin hier mittlerweile nicht mehr aktiv mitschreibt. Aber ohne Antwort wollte ich deinen besorgten Kommentar nicht stehen lassen.

      Wenn jemand über Suizidgedanken und Depressionen spricht/schreibt, kann das anderen Menschen manchmal Angst und Sorgen machen. Aber darüber zu schreiben ist ein wichtiger Weg, nicht allein zu sein damit. Das zeigen dann auch Antworten wie deine. Stellvertrend ein Danke dafür 🙂

      Liebe Grüße,
      Anna

      Antwort
  8. 6083mit

    Vielen Dank Dir @Anna!
    Und wg des Kommentars: gern geschehen!

    ja, ich denke und hoffe, darüber reden hilft.
    ich würde euch auch gerne alle umarmen, aber da ich nicht dasselbe Schicksal habe ( also zwar Autismus aber keine akute Suizidalität, womöglich, weil ich frühdiagnostiziert bin), weiß ich nicht, ob das angemessen ist.

    ich sehe, das hier und auf anderen Blogs sich die Autisten in gegenseitig umarmen die das selbe Schicksal haben. ich würde sie auch so gerne umarmen, ich kenne diese Schwierigkeiten in der NT-Welt ja doch zur Genüge, auch ohne akute Suizidalität…

    ich habe kürzlich auf einen Vortrag gehört, dass Autisten und ADHSler ein sage und schreibe 9faches Suizidrisiko aufweisen, weil sie häufig keine schöne Biographie hatten und immer missverstanden wurden.

    während ADHSler häufig als Impulshandlung Selbstmord begehen, handelt es sich bei Autisten um den sogenannten „Bilanzselbstmord“.
    ist beides sehr schlimm, und ich möchte was dagegen unternehmen.

    Was mich auch sehr erschrocken hat, ist, dass weibliche Autisten und ADHSler häufiger vom Suizid betroffen sind als männliche, obwohl es auf der Hand lag, weil fast nur Frauen schreiben, dass sie sterben wollen. Aber warum ist das so??
    auch hier sind es ja fast ausschließlich Frauen die von ihrer Todessehnsucht schreiben.

    Warum mögen Frauen, auch autistische und ADHSlerinnen, ihr Leben nicht 😦 ? Das tut mir sehr sehr weh, denn das Leben als Frau kann so wunderschön und bereichernd sein !!
    Man, beziehungsweise Frau ist häufig reizüberflutet, weil nichts gefiltert werden kann.
    Aber auch das hat etwas Schönes: Geräusche und Farben werden.viel intensiver wahrgenommen, in der Natur ist das z.B. wunderschön. Synästhesien sind möglich, etc. pp….!

    ich möchte euch Mut machen, weiterzumachen und euer Ziel ( ich suche auch noch meines) nicht aus den Augen zu verlieren!!

    LG!

    Antwort
  9. Andrea

    Weil das Leben so furchtbar anstrengend und erschöpfend ist, hänge ich nicht daran. Wenn es morgen vorbei wäre, wäre es ok. Und gerade das Frausein bringt zusätzlich Schwierigkeiten, die das Leben noch weniger erstrebenswert machen.

    Antwort
  10. 6083mit

    sorry, kann den Kommentar jetzt nicht mehr bearbeiten, oder finde die Funktion nicht.

    das „mal“ nach der Begrüßung gehört da nat. nicht hin, sorry.
    und es tut mir leid, dass ich so ruppig geworden bin.
    das ist ein eigentlich nichts als Traurigkeit, und zwar darüber, dass ich wahrscheinlich meine ganzen Freundinnen an Suizid verlieren werde…

    Antwort
    1. annaautland

      Ich habe einen Kommentar nicht freigeschaltet.
      Andere für das Ausdrücken ihrer sehr persönlichen Gefühle zu so einem sensiblen Thema anzugehen, hat hier keinen Platz. Bitte geht respektvoll miteinander um, gerade wenn so intensive Emotionen im Spiel sind. Danke!

      Antwort
      1. 6083mit

        Ich wollte niemanden persönlich angreifen, sorry.
        und rumtrampeln auf den Gefühlen anderer war auch nicht meine Intention.
        mich würde interessieren, was ihr genau am Frausein als so schwierig empfindet, weil dann kann man ja evtl Lösungen finden…

        Aber ich gebe zu, dass ich ein Problem mit Impulsivität habe, und dafür entschuldige ich mich! Ich werde mich in Zukunft hier damit zurückhaltend.
        ich kann.und will einfach nicht hinnehmen, dass Autistinnen und ADHSlerinnen ihr Leben und ihr Frausein so ablehnen, und vor allen Dingen, dass das so ein unabänderliches Schicksal sein soll, so nach dem Motto um „ist eben so“. Dafür muss es doch eine Lösung geben, dass sich die Lage für Autisinnen und ADHSlerinnen bessert. und sicherlich gibt es welche, ein paar mögliche Ursachen für das Problem ( zumindest in Bezug auf Autismus) wurden ja schon genannt.
        von daher bin ich auch sehr für den Feminismus.

        ich weiß aber, dass das mit Impulsivität nicht zu schaffen ist, und dafür entschuldige ich mich.

  11. Steinboeckle

    Kann ich alles voll unterschreiben. Wusste gar nicht, dass es anderen genauso geht. Bin noch nicht lange diagnostiziert und habe wenig KOntakt zu anderen Autisten. Eine Arbeit, die mich nicht intellektuell unterfordert, in der ich wertgeschätzt werde. Wie oft hab ich versucht, das anderen als Bedürfnis verständlich zu machen , wo doch so viele Menschen das haben, für die das ganz selbstverständlich ist. Oft wollte ich schon nicht mehr…. Dass das keine gewöhnliche Depression ist, war mir jetzt noch nicht bekannt Reizüberflutung kenne ich jetzt nicht so, aber die soziale Überforderung eines ARbeitsplatzes oder durch die Aussenwelt, das kenne ich gut. Ich bin zwar gerne draussen, aber am besten geht es mir immer dann, wenn ich alleine bin und meine Projekte verfolgen kann etc. Sobald was Blödes von aussen passiert, überfordert dies mich komplett bis hin zu Gedanken wie: Wenn ich doch endlich weg wäre! Das L eben stimmt so nicht! Mir wurde aber gesagt, Autisten brächten sich nicht um. Setlsam, dass dies angeblich für eine ganze Gruppe zutreffen soll…. Sind das dann alles nur leere Drohungen und leere Phrasen oder unnütze Gedankenspiele? Es gibt doch in jeder Gruppe solche und solche, wie kann man sagen, Autisten tun so etwas nicht? Aber ich bin entlastet , dass so viele andere Autisten ebenfalls solche Empfindungen haben, wenn dies auch nicht sehr beruhigend ist. Vielleicht gehört das einfach dazu, wenn man in einer Welt lebt, die für einen nicht so ri chtig passen will. Auch wenn ich zum Arzt gehe, wird mir oft nicht geglaubt, auch bei mir passen Empfindungen und äusserer Ausdruck nicht zusammen . Auch ich werde beschwichtigt, so schlimm kann es ja wohl nich tsein, oder ich werde abgewimmelt…. Wir sind damit alle nicht allein. Das ist kein Trost, aber es ist schon mal entlastend, nicht alleine mit diesem Phänomen zu sein und somit schon mal einer Gruppe anzugehören.

    Antwort

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