Protest gegen Fortbildung zur „Fachkraft für Autismus“ inkl. ABA

Es ist jetzt genau drei Wochen her, dass ich bei meiner Recherche über Organisationen in unserer Region, die sich irgendwie mit dem Thema Autismus befassen, auf die Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Dienste gestoßen bin. Das ist eine größere Organisation, die an mehreren Standorten in Bayern diverse Ausbildungen und Weiterbildungen in „sozialen“ Berufen anbietet. Pflegekräfte, Erzieher*innen, Ergotherapeut*innen sind es in Nürnberg. Darüber hinaus alle möglichen Fortbildungen für diese und ähnliche Berufsgruppen.

Unter Anderem gibt es dort im nächsten Jahr eine umfangreiche pädagogische Fortbildung unter dem Titel „Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus im Entwicklungsverlauf“ (Link zum pdf-Programm). Am ende dürfen die Teilnehmenden sich dann „Fachkraft für Autismus“ nennen.

Man kann den ein oder anderen Punkt in diesem Programm kritisieren, insgesamt erscheint es mir – so oberflächlich anhand der Themenliste betrachtet – aber ganz gut. Recherchiert man über die Person, die inhaltlich und für die Durchführung verantwortlich ist, so stellt sich raus, dass diese Frau Petra Wolf offensichtlich unter Anderem mit Fortbildungen über Autismus ihre Brötchen verdient. Oben genannte Veranstaltung findet auch nicht zum ersten Mal statt.

Allerdings gab es bisher wohl keinen Crashkurs in Clickertraining für Autisten. Ich rede natürlich von ABA. Im Umfang von 8 Unterrichtsstunden wird dort den angehenden Autismus-Fachkräften beigebracht, wie ABA geht. Das ist auf mehreren Ebenen furchtbar. Einmal natürlich, weil ABA an sich schon eine würdelose, menschenverachtende Methode ist, die als „Therapie“ angepriesen wird.

Im Rahmen einer solchen Fortbildung ist es jedoch besonders fatal in ABA einzuführen. Da nehmen Menschen teil, die Tag für Tag mit Autisten arbeiten und zwar in der Regel nicht als ausgewiesene Therapeut*innen sondern eher im erzieherischen / pflegerischen Bereich. Bis auf ein paar Therapeut*innen, die da vielleicht teilnehmen, haben die meisten also erstmal schon von Haus aus garnicht die Qualifikation therapeutisch mit Menschen zu arbeiten. Was will man diesen Leuten in 8 Stunden über ABA vermitteln? Die effektivsten Highlights, mit denen man das anstrengende, störende Verhalten im Alltag am effizientesten wegkonditionieren kann? Ein paar Befehle hier, ein bisschen Zwang da und zur Belohnung für’s Männchenmachen ein M&M? So als unterlägen autistische Menschen in Einrichtungen nicht sowieso schon zu vielen äußeren Zwängen? Gibt es nicht auch ohne systematische Anleitung schon genügend Misshandlungen?

Denn wer ABA bewürwortet und vermittelt, der vermittelt damit automatisch eine bestimmte Haltung autistischen Menschen gegenüber. Eine Haltung, die es erlaubt, die Persönlichkeit eines Autisten mit Füßen zu treten, seine Freiheit massiv einzuschränken und seine Würde der Bequemlichkeit seiner Umgebung unterzuordnen.

Wenn jemand, aus welchen Gründen auch immer, ABA als Therapie anerkennt und sich dafür entscheidet das für sein Kind in Anspruch zu nehmen, ist das eine Baustelle (RW), der wir uns annehmen müssen. Man kann verhindern, dass Kinder mit ABA traktiert werden, indem man Eltern und Verantwortliche informiert, aufklärt und Alternativen aufzeigt. Niemand muss sich für eine ABA – „Therapie“ entscheiden (leider entscheiden das autistische Kinder nicht für sich selbst und hier gibt es wirklich noch viel zu tun).
Aber wenn jetzt pädagogische und pflegerische Fachkräfte, die überall da arbeiten, wo autistische Kinder und Erwachsene ihren Alltag verbringen, alle eine Runde mit der Grundhaltung hinter ABA geimpft (RW) werden, dann kann man ihnen nicht mehr ausweichen. ABA hält so schleichend Einzug in die Lebenswelten von Autisten und wir können am Beispiel der USA sehen, wohin das führt. Wie sehr das Schul- und Erziehungssystem für behinderte und autistische Kinder mit solchen Methoden durchzogen ist und welche fatalen Folgen das für die Entwicklung und psychische Gesundheit der betroffenen Menschen hat.

Die Leute lernen in einer fundierten Ausbildung nicht nur richtige und wertvolle Grundlagen, sondern ganz nebenbei auch noch, dass ABA und alles was an Einstellungen damit zusammenhängt, völlig okay sind. Ganz selbstverständlich. Bedeutet das, dass Eltern ab jetzt darauf achten müssen, dass die Menschen, denen sie ihre autistischen Kinder anvertrauen, keine Fachkräfte für Autismus sind? Geht es noch bescheuerter?

Ich habe also eine freundliche Mail an diese Organisation geschrieben und einige Dinge erklärt, sowie Alternativen zu einer ABA-Einführung für das Fortbildungsprogramm aufgezeigt. Ich bin nicht ganz unbewandert in diesem Bereich. Ich habe auch drei Wochen später noch keine Antwort bekommen. Weder ein oberflächliches „Jaja, danke für Ihren Input, wir leiten das weiter.“, noch eine ernstgemeinte inhaltliche Antwort. Und ich rechne auch nicht mehr damit, dass so etwas kommt. Ich hätte mich gefreut, zivilisiert und konstruktiv darüber zu sprechen, wie sich diese Sache positiv auflösen lässt.

Jetzt bleibt mir nur noch, das hier öffentlich zu machen. Denn ich habe nicht vor so etwas einfach schweigend hinzunehmen und ich glaube, damit stehe ich nicht alleine da.

Wenn ihr ebenfalls gegen eine Vermittlung von ABA in einer grundlegenden Ausbildung für Autismus-Fachkräfte protestieren wollt, dann könnt ihr euch direkt an die für den Inhalt Verantwortliche für diese Fortbildung wenden. Im Programm stehen die Kontaktdaten, die ich hier nur nochmal zitiere:

Petra Wolf, Kursleitung der Weiterbildung
Tel.: 0177 / 763 7555
E-Mail: santoswolf@gmx.de
Rechtsträger und somit abschließend verantwortlich ist:
Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Dienste-DAA-mbH
Roritzerstraße 7,
90419 Nürnberg
Tel. 0911 / 3 77 34-0,
Fax 0911 / 3 77 34-34,
E-Mail: hauptverwaltung@ggsd.de

Vielleicht hilft es, wenn die Verantwortlichen von mehr als einer Stelle mitgeteilt bekommen, was sie da eigentlich wirklich in ihrem Angebot haben und dass es bessere Alternativen gibt. Im Zweifel unterstelle ich den Leuten erstmal nur Unwissenheit, keine Böswilligkeit. Und gegen Unwissenheit kann man was machen, man muss nur bereit sein zuzuhören und sich etwas beibringen zu lassen.

Sicherheitshalber auch nochmal der Hinweis, dass ich hier nicht dazu aufrufe diese Leute irgendwie zu belästigen. Es geht mir darum zu informieren und zivilisiert zu protestieren.

Anna

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17 Gedanken zu „Protest gegen Fortbildung zur „Fachkraft für Autismus“ inkl. ABA

  1. Silke

    Hallo Anna, ich finde es sehr gut, dass Du dem Veranstalter geschrieben hast. Ich kenne einige – inklusive mir, die es Dir bereits gleichgetan haben. Man muss sich gegen die Haltung wehren, die eine Schulung durch ABA gegenüber autistischen Menschen vermittelt. Ich bin selbst Nichtautistin, aber ein wertschätzendes, respektvolles MIteinander von NIchtautisten und Autisten ist nur unter Ausschluss von ABA möglich. Diese Therapieform bricht die Persönlichkeit von Kindern, indem sie sie durch Konditionierung zum Funktionieren bringt. Sogenannte Erfolge, die angeführt werden, beziehen sich auf die Erwartungshaltung des Umfeldes und auf eine Anpassung des Autisten – mit Akzeptanz hat das nichts zu tun.
    Danke für Deinen Blogpost, viele Grüße
    Silke

    Antwort
  2. lisaautland

    Unfassbar. Danke, dass du darauf aufmerksam machst.
    Denen werde ich auch mal ein paar Worte zukommen lassen. :/
    LG Lisa

    Antwort
  3. Sol

    Hab soeben grade ein bisschen über ABA bei Wikipedia nachgelesen. Wusste bis jetzt davon nichts. Ganz schlimme Dressur… – ich würde bestimmt aus dem Fenster springen bei so etwas…

    Antwort
  4. Aspergine Bawü

    Es gibt VIELE Eltern, die auf „evidenzbasierte“ Methoden „stehen“….obwohl die Studien ABA/VB betreffend anzuzweifeln sind! Leider wird ABA/VB als „alleinige“ Methode so verpackt, dass die Dreistigkeit des Vorgehens „vertuscht“ wird…Tja…und dann wenden Eltern diese Methode an ihren Kids an…20, nein 30 Stunden und mehr pro Woche. Kinder werden „Reizen“ ausgesetzt, die einen Overload = unerwünschtes Verhalten 😦 auslöst und werden zunehmen „gewöhnt“ und belohnt für das „Aushalten“.
    Ich selber habe absolut nichts gegen Hilfen und Therapien für Autisten – ich spreche aus eigener Erfahrung…ich habe aber absolut sehr viel gegen ABA/VB – das ist keine Therapie, sondern eine perfide Methode, Menschen zu kondinieren, aufgepeppt ducrh den Spaßfaktor.
    Diskussionen mit „Anwender“ haben keinen Sinn, sie wissen einfach immer eine passende Anwort -mit einer Eselsgeduld versuchen sie einem in die Gemeinschaft des ABA/VB aufzunehmen.
    AVT = die verdeutschte Form von ABA/VB …toll!
    Auf einer CDU-Anhörung zum Thema Autismus am 27.10.2014 in Stuttgart haben Eltern, ja Eltern Stellungnahmen verfasst und sich für „evidenzbasierten“ Therapien – hiermit ist ABA/VB gemeint- ausgesprochen. Allen voran die Vorsitzende von autismus Karlsruhe, die Eltern um sich scharrt, die ABA/VB sich erkämpft haben! Die anderen Regionalverbänden in Baden-Württemberg haben hier eine andere Haltung!!!
    (…) 4. Wir bitten die Landesregierung, Menschen mit Autismus empirisch
    abgesicherte und anerkannte Verfahren und Einzelmethoden zur
    evidenzbasierten Förderung im Versorgungssystem allgemein zugänglich zu machen. (…)
    Andere Fördermöglichkeiten sind eben nicht „empirisch abgesichert und evidenzbasiert“…und daher für die Karlsruher auch „unbrauchbar“!
    Quelle: http://www.autismus-karlsruhe.de/resources/Forderungen-Landtag-2014.pdf
    Quelle: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=791806977549222&id=144286032301323
    Ich habe sehr von einer multimodulären, individuell auf die persönlichen Bedürfnissen abgestimmten Förderung profitieren können….in erster Linie ging es hierbei, um zu verstehen, und auf das Verständnis aufbauend Strategien zu entwickeln, einen Weg zu finden, mit Reizüberflutung, Gefahrenbewußtsein, zentraler Kohärenz und Alltagsdingen etc umgehen zu lernen, damit es FÜR die betroffene Person erträglicher wird in dieser Gesellschaft zu bestehen…und vor allem um Mit-Menschen zu sensibilisieren!
    Ich spreche mich NICHT prinzipiell gegen jeglicher Art von Therapie aus, ich spreche mich aber gegen Methoden aus, die aus der Tierverhaltensforschung kommen und die ich nicht einmal bei meinem Hund 20-40 Stunden / Woche anwenden würde!!!
    Schlimm ist für meinem Empfinden, dass ABA/VB vor allem bei Kindern zum Einsatz kommt, die nicht sprechen können. Die Erfolgsschilderungen kommen von den Eltern und den ABA-Consultanten….die Eltern sind dankbar, haben tagtäglich an ihren persönlichen Erfolgen zu feilschen, senden ihre Videos ein, die dann supervidiert werden – ein teueres Unternehmen! Was mir persönlich Sorge macht ist, dass AVT auf dem Vormarsch ist. Selbst Arutpraxen versuchen jetzt diese verdeutschte Methoden den Kostenträgern (also allen Ernstes den Sozial- und Jugendämtern) schmackhaft zu machen! Während eine individuellen, den Bedürfnissen entsprechende Förderung (in den mir bekannten Fällen) in einem ATZ – was deutlich kostengünstiger ist und keine 30 Stunden / Woche bedarf- abgelehnt wird.
    Ich wünschte mir, die Kids könnten ihre Erfahrungen laut herausbrüllen. Aber selbst hier verstummen sie. Leider!
    Ann-Sofie

    Antwort
  5. Anika

    Hmm, räusper. Es sind gerade die ATZ (nicht alle) die mittlerweile auf ABA setzen. Lebenshilfe bietet Schulungen an. Lt. Ihrer Aussage (ich hatte mit unserem Betreuer gesprochen) weil die ELTERN dies wünschen und einfordern.
    Aufklärung der Jugendämter und Gerichte tut hier Not., Denn immer mehr Gerichte entscheiden für die Eltern, die diese sogenannte evidenzbasierte Therapie einklagen.
    Ich habe die Lebenshilfe angesprochen, unsere therapeutin vom ATZ (die mittlerweile versteht um was es mir geht), unseren KJP, den Leiter des Jugendamtes. Alle Nicken, alle bekunden ihr größtes Verständnis, aber wirklich Aufklärung, dafür reicht die Zeit und die Ressourcen nicht.
    Ausserdem fehlen ja auch Nachweise über die Schädlichkeit. Denn dazu gibt es leider noch keine tollen Statistiken. Und die Blogs? Tja, das sind Einzelmeinungen. Die sind ja kein statistischer Beweis.
    Unsere eigenen negativen Erfahrungen interessieren die Lehrer nicht. Und Förderschulen machen mittlerweile sogar auf ihrer HP Webung mit ABA.
    Ich hab mich drauf eingestellt, dass ich immer wieder für mein Kind und gegen die Masse der angeblichen Experten kämpfen muss. Aber ich bin hilflos, weil ich immer noch nicht weiss, wie man dann gegenüber diesen Experten nicht itgendwann die Arschkarte hat, weil ich ja keine evidenzbasierte Therapie wünsche.
    Ich hab mich auch von dem Gedanken verabschiedet, meinem Kind per Therapie zu helfen. Ich lerne von Autisten und versuche so mein Kind zu verstehen. Denn es braucht Hilfen und Unterstützung, die eigentlich nur Eltern und andere Bezugspersonen geben können, die sich bemühen, sich in das Kind hineinzuversetzen, Auslöser von Overloads, melt und shutdowns zu erkennen und MIT dem Kind Kompemsationsstrategien zu entwickeln, die massgeschneidert sind. Und dazu muss man das Glück haben Lehrer, Therapeuten und Behördenmenschen an seiner Seite zu haben, die miteinander, nicht gegeneinander arbeiten. Aber das alleine verhindern schon die bürokratischen Strukturen.

    Antwort
  6. Pingback: Sich positionieren (in Sachen ABA) | Autland Nürnberg

  7. dersden

    Hallo habe gerade diesen Beitrag gelesen und frage mich wer von Ihnen allen diese Fortbildung absolviert hat um darüber Urteilen zu können? Ich habe diese Fortbildung vor einiger Zeit absolviert und nicht mit einem Wort wurde gesagt, daß man nach ABA arbeiten soll.. Es wurden Lediglich aufgeklärt welche Methode unter anderem auch TEACH auf dem Markt sind. Natürlich werden die Methoden auch intensiv vorgestellt, damit man weiß womit man es zu tun hat. Ich bin selbst auch kein ABA Befürworter aber genauso wenig finde ich rein TEACH als Methode Sinnvoll..Eigentlich kann man auch sagen, daß jede Therapieform irgendwie eine Dressur ist, wie es weiter oben angeprangert wurde. Allerdings gehört dann eigentlich auch Erziehung im allgemeinen dazu. Also wenn ich die Beiträge so lese, sollte man am Besten gar nix machen und die Menschen sich selbst überlassen. Aber da wir es ja hier mit Autisten zu tun haben, und da weiß ich nicht wie viele von Ihnen mit Autisten zusammenarbeiten, ist dann ein Förderung und Unterstützung nur bedingt möglich, aber eine Intregation geschweige denn Inklusion fast unmöglich. Vielleicht sollte man einfach mal darüber nachdenken, daß hinter jeder Therapieform zwang und Förderung zu gleich stecken und man muss sowieso individuell betrachten was dem Menschen, um den es geht, auch gut tut. Das hat etwas mit dem eigenen Menschenbild zu tun und das kann auch keiner Fortbildung verändern.

    Antwort
  8. Angela Middlecamp-Sommer

    Das Problem, das hier angesprochen wurde, ist auch unter der Stellungnahme von Autismus Mittelfranken angesprochen, nämlich ein `bißchen ABA` ist doch ok, oder?
    Ein bißchen `Watschn` ist früher auch ganz ok gewesen.
    Wenn eine Therapieform mit unethischen Elementen schon in ihrem Anfängen beginnt, dann gute 20 Jahre später `entschärft, moduliert oder modifiziert` werden muß, verstehe ich ehrlich gesagt nicht diesen `Hype` in Deutschland momentan.
    Die Evidenz steht auf gar nicht so tollen `wissenschaftlichen Beinchen`.
    Es ist nicht einmal ein Jahr her, da durfte ich gar nichts von autism speaks in der Selbsthilfegruppe sagen. `die machen da mit Genforschung ganz schlimme Dinge`.
    Ja hallo, 2015 ist der Verband Autismus ins autism speaks Lager `gerutscht`. Jetzt, wo ich meine Newsletters von autism speaks anstarre und nicht mehr weiß, ob ich sie überhaupt lesen möchte.
    Für TEACCH ist man, meiner Meinung nach, in Deutschland zu faul gewesen. Erst letzthin gab es einen Vortrag ohne praktischen Bezug und komplett lustlos zu TEACCH, auch von einer Fachkraft. Schade, Anne Häusler hat hier in Deutschland viel auf den Weg gebracht zu TEACCH. Frau Prof. Notredame entwickelt im Josefinum Augsburg Konzepte, sie wird gar nicht geachtet vom Verband, von Freiburg und Köln ganz zu schweigen – Alles wird jetzt von ABA regelrecht verdrängt, unglaublich!
    Wir kriegen jetzt so viel Fachkräfte, ist doch super! ABA wird jetzt gehuldigt – da kann man schon einfach nur noch kotzen.
    Meine Freundin meint ABA kommt nicht nach Bayern – Baby, es ist schon da…guck doch mal in die Fortbildungen., wie beim Zauberlehrling werden es mehr und mehr Multiplikatoren sein.
    Warum fängt man nicht mit Ethik an und entwickelt dann eine Therapie, wie wäre es auch mal Würde mit rein zu nehmen. Nachträglich Ethik rein ist für mich würdelos – möchte ich nichts damit zu tun haben. Meinen Mund halte ich aber auch nicht.

    Antwort
    1. Ganz Anders

      Hallo Angela,
      was erwartest du?

      sagt dir PECS noch etwas, eben, genau die zwei Sparten, „gezielte Erziehung“ ohne Ablenkung, oder eben die Hilfsmittel, als Sprachersatz, bzw. auch als Hilfe zum lernen der Bedeutung der Tafeln. Heutzutage mit Talker umgesetzt. Letztere übrigens dieses Jahr raus aus den Heilhilfsmittel. Man muss ja sparen.
      ABA findest du wieder in der Grundlage PECS, die so auf Autis nicht anwendbar sind.
      Wir sind leider derzeit dabei zurückzurudern, nicht nur mit der Ursache von Autismus und co., sondern auch in der Behandlung. Es wurden Therapiecentren für Autisten aus den Boden gestampft, dezentral, nichts anderes als Förderschulen, auf den alten Stand zurück.

      Dagegen haben wir aber die Vorgaben der Inklusion, mit der klaren Aussage, es sind alle Hilfen für Autisten kostenlos zu erbringen. Dieses geschieht aber nicht, da zu teuer, Schulbegleiter, Hilfsmittel.
      Ebenso wird auch schon wieder bei der Diagnostik zurückgerudert, vornehmlich von Sozialpädagogen, die plus 17 Gendefekte nicht mehr ernst genommen und wieder auf der Art gemacht, die Eltern sollten sich anstrengen für Ihr Kind.

      Es geht leider aus finanziellen Gründen zu Lasten der Autis wieder auf anno dazumal zurück, weil Hilfen systematisch und ganz bewusst verhindert werden.
      Und nun einfach überlegen, wozu man ABA gegen die Eltern verwenden kann, wenn die Eltern unfähig sind, ihr „Elternvorbild“, nach blödsinnigen Vorgaben, nicht umsetzen können. Was aber so auch gar nicht geht bei Autis.
      Dazukommend, nicht umsonst sind die dezentralen Einrichtungen für autistische Kinder „neu“ eingerichtet worden.

      Ja, es ist zum Kotzen, aber noch viel schlimmer als man denkt.

      Antwort
  9. Stefan

    Ich bin in einer Einrichtung für geistig-, körperlich- und mehrfach behinderte Menschen tätig.
    In dieser wurde ein spezieller Bereich für Menschen mit Autismus errichtet.
    Das Personal wurde angeleitet und zum Teil ausgebildet zur „Fachkraft für Autismus“!???!
    Von einer gewissen Frau W.

    Als ich den Bericht im Internett gelesen hatte, wurde mir einiges klar. Man bekommt schließlich einiges mit. Der Umgang und die Methoden sind a typisch für ABA.

    Meines Erachtens ist ABA alles andere als human! Menschen mit Autismus sind MENSCHEN und keine Tiere, die man tressieren kann.
    Der eigene Wille wird gebrochen, der Mensch mit Autismus, ist nicht mehr der Mensch, der er ist! Beziehungsweise er darf es nicht sein.

    Ein Sprichwort sagt:“ Was du nicht willst was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu!“

    Meine Meinung ist und dazu stehe ich, wer ABA anwendet bzw. praktiziert, begeht ein VERBRECHEN! Die Würde des Menschen wird dabei erheblich missachtet und in den Dreck getreten.
    Bei uns in Bayern sagt man: „Des is a Sauerei!“ Für Autisten ist es die HÖLLE.

    Deshalb nein und nochmals nein zu ABA!
    Ein Mensch mit Autismus ist ein Mensch, so wie er ist, so sollte er auch bleiben dürfen.
    In erster Linie ein MENSCH.

    Keinem meiner ärgsten Feinde, die ich nicht habe, würde ich eine solche Behandlung wünschen.

    Antwort
    1. Ganz Anders

      Hallo Stefan,

      ist leider so, wie du es siehst. Es wird die zweite alte Version des PECS, die pyramidale Erziehungsmethode gegen autistische Kinder verwandt. Mit neuer Bezeichnung ABA nun versehen.

      Wird so derzeit angewendet, den Kindern Grenzen aufzuzeigen und sie zur Interaktion zu zwingen zum Lernen. In sich nicht mal so abwegig gedacht, Grenzen muss man autistischen Kindern aufzeigen, geht nicht anders, zur eigenen Interaktion muss man sie anschubsen. Sie können es. Wo die Problematik liegt, ist das zwingen zum Lernen. Das geht bei Autisten nun gar nicht, die geben IHR Tempo vor. Wodurch der Ansatz schon in sich scheitert.
      Das Andere, machen Eltern schon intuitiv.

      Die andere Seite der Medaille ist aber, dass man die andere Seite von PECS, also Bildtafel und Talker einsparen kann. Denn das verursacht ja Kosten. Gleichzeitig wirbt man aber dazu mit Ipads als UK als Ersatz. Was so absolut nicht stimmt, denn es gibt derzeit keine APP die ein Wortsatzbau bewerkstelligt. Aber es wird so agiert, ein Ipad als Ersatz, ganz toll für die behinderten Kinder.

      Was derzeit abgeht, ist eine pure Einsparung. Sparen an Hilfsmittel, zum Wohle der Einrichtungen des Staates mit Sozialpädagogen mit ABA-Präparat.

      Und nun Obacht, wer es sich traut, dieses Vorgehen zu entdecken und zu Recht sich herausnimmt, dieses Vorgehen vehement zu kritisieren, dem wird zwar hinsichtlich der Methode der Einsparung zugestimmt, aber zugleich das Sorgerecht als Elternteil im Bereiche der Gesundheitsfürsorge und schulischen Belangen !!!! entzogen, weil man sich einer neuen Methodik in den Weg stellt und es keine Alternative für die autistischen Kinder gibt.

      Was hier im Artikel beschrieben wurde, war nur die Vorstufe der Umsetzung einer neuen alten Therapieform, angewandt von Sozialpädagogen, als alleinige Hilfe für autistische Kinder.

      Man sollte sich dessen bewusst sein und werden.

      Zugleich ist aber auch die Inklusion von autistischen Kindern quasi gescheitert, an den Kosten der schulischen Begleitung und Betreuung. Aber, der dezentrale Ausbau von Therapiecentren für Autisten (Förderschulen) wächst in Bayern.

      Und nun kommt es, warum man nicht kritisieren darf, ABA kann ja Erfolg haben und wenn nicht, können wegen Überlastung der Elternteile, die autistischen Kinder, für die ABA eine Überforderung ist, zur Entlastung, abgeschoben werden.

      Das nennt sich dann noch Kosteneinsparung. Aber ja nicht aufmucken.

      Antwort
  10. Angela Middlecamp-Sommer

    bitterböse – leider wahr. Es zeichnet sich eine `lohnt denn eine Förderung denn überhaupt` Tendenz ab. Ich möchte mal wissen wer überhaupt diese teure Lernmethode ABA (Therapie geht mir nicht über die Lippen) von einem Kostenträger bezahlt bekommen wird. Bestimmt muß es eingeklagt werden, so geschieht es in den U.S.A. Dort streiten sich Eltern mit ihren Versicherungen herum. Hierzulande soll es idealerweise über Eingliederungshilfe laufen.
    Mal blöd gefragt: wenn man einfach von den Kosten ausgeht, dann ist das doch eine Milchmädchenrechnung. Das können doch theoretisch nur Wenige bekommen. Für `Alle`reicht das Geld gar nicht!
    Am Ende landen eh` alle in einer Einrichtung, warum nicht vorher noch daran verdienen (jetzt bin ich auch mal böse;-) und spiele auf diesen Fatalismus an von Rüttgens und Co, nämlich, daß nur 10% der ASS`ler überhaupt jemals selbständig leben werden können – Pfui!
    Super, super Beitrag mal wieder aus Mittelfranken! Note: 1*

    Antwort
  11. Ganz Anders

    Liebe Angela

    ABA ist die Stufe des alten PECS, pyramidale Erziehungsmethode zur Leistungstrimmung ……… die kostet nichts, wendet derzeit die Autismusambulanz an.

    Kostenlos, denn das spart ein.

    ABA ist aber nichts Gutes für Autisten

    Antwort
  12. Ganz Anders

    Hallo Angela,

    nein, es ist keine Milchmädchenrechnung, denn wir haben SözPads, „zu viele !?“ Die uns erzählen wollen, wie wir in dieser Welt uns zu verhalten haben. Ein Problem in sich.

    Da bei vielen im ASS-Bereiche Sprachstörungen vorliegen, speziell nach Kanner, sind eigentlich Hilfsmittel der UK angezeigt. Diese kosten aber, nehmen wir nur die billigsten, um die 5000 Euro, als Ersatz zur Sprache, inklusive Wortsatzbau (teure Software), wodurch Autis dann lernen können und nachsprechen. Nehmen wir nun an, 10.000 Autis begehren genau solche Teile. Das sind mal eben 50 Millionen Euro. Rumms, für den Staat, totes Kapital, denn damit könnte man gut 1500 SozPads ein Jahr beschäftigen, die wieder das Geld zurückführen in den Staat. Daher keine Milchmädchenrechnung, sondern bitter böse Realität.

    Eigentlich können Autisten zu 80 bis 90 % ein eigenständiges Leben führen. Sie werden in der Regel Einzelgänger bleiben und sich auch nur sehr schwer verbal mitteilen können, durch UK, wäre dazu hilfreich. So weit ist unsere Gesellschaft aber nicht.

    Man macht lieber auf Selektion, auch durch ABA (alt PECS, pyramidaler Erziehung, unter Ausschluss der Ablenkung) und genau das, werden nur wenige Autis überstehen. Vielleicht die 10 %. Die es selbst verstehen und auch begreifen, was man von Ihnen will, sich zwangsweise anzupassen, entgegen ihren Einschränkungen.

    Man muss nun aber dazu verstehen, dass Autismus Gen-Störungen von – bis sind. Ich bezeichne es gerne als Zündaussetzer, was es auch zutreffend bezeichnet. Autis nehmen dazu vieles wahr, gleichzeitig, was sie so aber durch die Zündaussetzer nicht umsetzen können. Daher auch Angst, Rückzug, Abschottung.
    Ein ganz normaler Mensch, würde genauso reagieren, wenn nicht eher durchdrehen, wenn er 4 oder 5 Eindrücke auf einmal verarbeiten muss und das fortlaufend, jede Sekunde.
    Wenn das, die „Zündaussetzer“, ein Autist in den Griff bekommt, kann ein Autist zugleich mehrere Ebenen verarbeiten, wozu ein normaler Mensch gar nicht fähig ist.

    Das wird so nicht gesehen, bzw. doch, daher Selektion, via ABA. Ich sage es mal so, man weiß genau, was man macht. Denn selbst in der Softwareentwicklung, zum Aufspähen von Fehlern in der Software, werden Autisten eingesetzt, die ihre Fähigkeiten beherrschen.

    Was geschieht aber mit den gut 90 % die das nicht schaffen ? Abschiebung zur Entlastung ?

    Und nun noch einmal Vorsicht, spricht man das Vorgehen emotionslos an, wird vom Staate aus zugestimmt, es ist zum einen Einsparung, wird einheitlich zugestimmt und eben nachrangig Selektion. Dazu folgt dann als Erklärung, Autismus geht von – bis.
    Regt man sich über das Vorgehen zur Recht auf, also kritisiert das System zu Recht, wird sich das System es nicht gefallen lassen. Hat man schon sein Kind in diesem System, wird einem dann noch die Frage gestellt, ob man die Entwicklung seines Kindes gefährden will, denn wo soll das Kind dann hin, wenn man das System „zu Recht“ kritisiert, gleich auf Warnstufe, das kostet einem das Sorgerecht !!!!!
    Es gibt derzeit keine Alternative, basta.

    Aber eben, wie du es auch siehst, was passiert mit den Autisten, die diese Selektion nicht schaffen. Die werden dann zur Entlastung der Elternteile abgeschoben, es wird dann den Elternteilen nahegelegt, zur Entlastung, bei Kindern, die, die beschützte Umgebung der Elternteile absolut benötigen Und das kostet dann, so 6800 Euro monatlich im Heim, wo sich gleich die Eltern den Strick nehmen können. Aber auch das ist keine Milchmädchenrechnung, denn das System trägt sich auch von sich selbst, durch Einkünfte der Beschäftigten in den Heimen, mit Rückführung der Einkommen an den Staat. ZZgl. eines Saldos an die Eltern von 6800 Euro monatlich, auch wenn nicht gezahlt, ist das auf dem Papier HABEN.

    Tjaaaa

    Antwort
  13. Ganz Anders

    Noch ein Nachtrag.

    gegen ABA als Therapie, alt PECS und Verhinderung von besseren Hilfsmittel hat die GKV wohl einen Schlussstrich gezogen.

    dynamische UKs, GKV ID 40389, ist seit 13.08.2015 eine Ist-Leistung, keine Kann-Leistung mehr, also nicht mehr abhängig von der Zustimmung von SozPäds oder Lehrern.
    Hierauf verwies mich schon unser Oberbürgermeister in NBG im März dieses Jahres, der Anspruch auf UK ist durchklagbar.

    ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, der berechtigt ist, wer versucht es zu verhindern, also UKs jetzt noch, sollte sich mal mit den §§ 323c und 225 StGB befassen und deren Wortlauf begreifen.

    Auch Autis haben ein Recht

    Antwort
  14. Lali

    Hallo miteinander,

    Ich selbst habe diese Fachweiterbildung hinter mir. Ich muss zugeben erstmal entsetzt zu sein, dass über 200 Unterrichtsstunden einfach auf diese 8 ABA Stunden reduziert werden. Ich kann euch versichern, dass bei dieser Weiterbildung Dozenten aus vielen verschiedenen Fachgebieten unterrichten und auch Autisten selbt ihre Erfahrungen mit den Kursteilnehmern teilen. Das Thema Autismus wird aus allen Blickwinkeln beleuchtet und dazu gehört nun mal auch ABA. Doch benötigt man für die Anwendung von ABA eine therapeutische Ausbildung. Somit muss man sich keine Sorgen machen dass eine Autismusfachkraft ABA in der Praxis einsetzt. Es wird lediglich darüber informiert.
    Auch die Kursteilnehmern sind sich durchaus dessen bewusst, dass ABA ein sehr umstrittenes Thema ist und die meisten haben es meines Erachtens nach direkt abgelehnt.

    Liebe Grüße
    Lali

    Antwort

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