„Liebster Award“ – discover new blogs

Ein rundes Abzeichen mit der Aufschrift "Liebster Award - discover new blogs"

Das ist er, der erste Award für den unser Blog nominiert wurde. Und zwar von Ella, die uns damit an die Leser_innen ihres Blogs (Ellas Blog – Leben mit frühkindlichem Autismus) weiterempfiehlt und gleichzeitig eine Liste von Fragen stellt. Dinge, die sie gerne noch erfahren würde und da hat sie sich gute Fragen ausgedacht.

Vielen Dank, liebe Ella, ich habe mich sehr darüber gefreut! Mittlerweile habe ich, glaube ich, auch verstanden, wie dieses soziale Ritual funktioniert 😉

Ich erkläre es euch kurz: Wer für diesen Award nominiert wird, beantwortet eine Liste von 11 Fragen in einem Blogartikel (das ist dieser hier). Anschließend wählt man 3 – 6 andere Blogger_innen aus, um sie nun ebenfalls für diesen Award zu nominieren und damit weiterzuempfehlen. Dazu denkt man sich dann 11 neue Fragen aus, die diese Personen beantworten sollen. Ein bisschen wie so ein Kettenbrief von früher, nur öffentlich und mit dem Hintergrund Blogs bekannter zu machen, die man gut findet und andere Blogger_innen besser kennenzulernen.

11 Fragen von Ella an mich

Hier kommen sie nun, Ellas Fragen und dazu meine Antworten. Über Manches musste ich ganz schön nachdenken.

1. Wie bist Du zum Blog schreiben gekommen?

Dazu diesen Blog zu starten bin ich gekommen, als ich auf der Suche nach anderen Autist_innen war, um mit ihnen gemeinsam Autland auf die Beine zu stellen. Es brauchte einen zentralen Anlaufpunkt auf den ich verweisen konnte, um die Idee nicht immer wieder neu erklären zu müssen. Hier konnte man uns jetzt finden, außerdem gab es Erklärungen und Kontaktinformationen. Das hat gut funktioniert und das tut es weiterhin, denn es finden uns auf diese Weise immer wieder „neue“ Autist_innen.

Nachdem sich eine kritische Masse an Autist_innen gefunden hatte und wir anfangen konnten die Idee von Autland in die Tat umzusetzen, wurde aus dem Blog ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Ziel, verschiedene Autist_innen ihre Perspektiven auf ihr Leben mit Autismus und Themen, die sie beschäftigen, veröffentlichen zu lassen. Hier schreiben jetzt also mehrere Autor_innen in wechselnder Intensität. Das ist gut, weil sich die Verantwortung ein Blog mit Inhalt zu füllen auf „mehrere Schultern verteilt“ (RW), denn vielen von uns fällt es nicht immer leicht ihre Gedanken mitzuteilen.

Dazu weiterhin Artikel zu schreiben, die über Organisatorisches hinausgehen, bin ich gekommen, weil es viele Themen im Zusammenhang mit Autismus gibt, über die ich etwas zu sagen habe. Es ist noch viel zu schwierig als tatsächlich autistischer Mensch in Sachen Autismus gefragt, angehört und ernstgenommen zu werden. Wir müssen darum kämpfen in Fragen unseres eigenen Lebens und unserer Bedürfnisse überhaupt gehört und als kompetente Gesprächspartner_innen und Expert_innen auf Augenhöhe respektiert zu werden. Dabei sind wir diejenigen, die am besten wissen, was es bedeutet Autist_in zu sein, was unsere Anliegen sind und wo wir Probleme und Handlungsbedarf sehen. Mit meinen Artikeln will ich darauf aufmerksam machen und auch Menschen mit ihren problematischen Haltungen konfrontieren, wenn andere Wege der Kommunikation (Mails, Gespräche) nichts gebracht haben. Ich will vermitteln, dass wir nicht nachlassen, uns für unsere Anliegen einsetzen und uns nicht weiter ignorieren lassen. Mit uns muss man rechnen.

2. Was macht einen perfekten Tag für Dich aus?

Es gibt viele verschiedene Arten, wie ein Tag perfekt werden kann, zum Beispiel durch besondere Erlebnisse mit anderen Menschen oder an besonderen Orten. Aber in der Regel, im Alltag, bin ich am Ende eines (perfekten) Tages zufrieden und glücklich, weil er so verlaufen ist, wie ich ihn geplant habe. Meine üblichen Rituale und Gewohnheiten haben den Tag strukturiert, so dass ich all die Dinge schaffen konnte, die ich mir vorgenommen habe ohne überwältigt zu werden. Das ist ein tolles Gefühl. Außenstehende Beobachter_innen würden wohl sagen, dass es ein „langweiliger Tag wie jeder andere“ war 😉 Und genau das ist der Punkt.

3. Welchen Deiner Träume möchtest Du auf jeden Fall verwirklichen?

Ich möchte einen Ort finden, an dem ich bleiben kann. An dem ich so leben und alt werden kann, wie es meinen Bedürfnissen entspricht. Im Einklang mit der Natur, in Ruhe und vielleicht ja auch in Gesellschaft anderer Menschen mit ähnlichen Vorstellungen.

Ich würde gerne einen Lebensort für autistische Menschen schaffen, den wir selbstbestimmt gemeinsam gestalten. Mit soviel (selbstbestimmter) Assistenz durch respektvolle Menschen wie nötig und soviel Selbstständigkeit wie möglich. Mit Raum für Zusammenleben und Raum für Alleineleben, ganz so wie es die Einzelnen brauchen.

4. Hast Du einen Lieblingsplatz, wie sieht er aus?

Nein, ich habe nicht direkt einen Lieblingsplatz. Es gibt viele verschiedene Orte, an denen ich mich wohl, sicher und glücklich fühlen kann. Meistens befinden sie sich in der Natur, haben ein besonders schönes, ruhiges Licht und eine angenehme Geräuschkulisse. Ich finde schnell überall, wo ich mich gerade aufhalte, solche Wohlfühlplätze. Das ist auch gut, denn ich bin in meinem Leben schon sehr oft umgezogen. Trotzdem ist es immer schön, wenn mir ein Ort vertraut wird, das ist besonders angenehm. Darum habe ich eigentlich überall einen Lieblingsplatz. Immer der gleiche Platz am Tisch, immer der selbe Tisch im Café, immer der gleiche Felsen für die Pause auf der Lieblingswanderung, usw.

5. Wohin und wie reist Du gern?

Ich reise gerne dahin, wo ich schöne und spannende Landschaften vorfinde, in denen ich dann wandern gehe, einfach die Umgebung erkunde und auf eigene Faust entdecke, was es zu entdecken gibt. Dabei liebe ich das Wasser, sei es am Meer oder an großen Seen, sowie bergige und felsige Gegenden und zwar vorzugsweise bei Temperaturen unter 24 Grad Celsius. Ich plane meine Reisen immer selbst und reise individuell und unabhängig. Typische Hochsommerhitzestrandurlaube sind nicht mein Ding. Ich mag keine Touristenorte und empfinde einen Urlaub inmitten von Menschenmassen nicht als Urlaub, sondern als Zumutung, selbst wenn die Landschaft noch so schön ist. Dann bleibe ich lieber zu Hause 🙂

6. Welche Jahreszeit magst Du am liebsten?

Ich mag, dass wir wechselnde Jahreszeiten haben. Dieser langsame, zuverlässige Rhythmus ist toll und ich könnte mir nur schwer vorstellen an einem Ort zu leben, an dem dieser Wechsel nicht so deutlich spürbar ist. Der Herbst ist trotzdem meine liebste Jahreszeit. Temperaturen, Licht, Farben, einfach schön.

7. Gibt es ein oder mehrere Schlüsselerlebnisse in Deinem Leben?

Das weiß ich nicht so genau. Es gab sicher bedeutende Erlebnisse, die Veränderungen bewirkt haben. Aber ich sehe mein Leben eigentlich als kontinuierlichen Entwicklungsprozess, in dem jede Begebenheit, jede Entscheidung, jedes Erlebnis dazu beiträgt, wie es weitergeht.

8. Wofür möchtest Du Deinen Eltern danken?

Ich bin meiner Mutter dankbar dafür, dass sie mich genau so akzeptiert und liebt, wie ich bin. Sie hat nie versucht mich zu ändern, sondern hat mich selbst bestimmen lassen, wie und wohin ich mich entwickle. Das ist das Wichtigste, was sie je für mich getan hat und dafür bin ich sehr dankbar.

9. Welche Reaktionen Deiner Leser freuen Dich besonders?

Alle Reaktionen, die wirklich ehrlich gemeint und respektvoll sind, freuen mich. Dabei ist es nicht wichtig, ob ich Zustimmung oder Widerspruch erhalte, wichtig ist mir nur die ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich freue mich, wenn ich Menschen zum Nachdenken und sich Auseinandersetzen anregen kann. Und ich freue mich besonders, wenn ich jemandem das Gefühl vermitteln kann, nicht alleine zu sein und verstanden zu werden. Das zu erfahren ist besonders schön und wertvoll für mich.

10. Was ist Dein Lieblingsessen?

Das sind zu viele, um sie hier aufzuzählen. Ich koche gerne mit guten, frischen Zutaten und probiere Neues aus. Nudeln in allen Varianten stehen aber schon ziemlich weit oben auf der Liste 😀

11. Wo siehst Du Dich in 15 Jahren?

Hoffentlich an einem Ort, der dem nahe kommt, was ich weiter oben als meinen „Traum“ beschrieben habe 🙂

Meine Nominierungen

Ich habe mir 4 Blogs ausgesucht, die ich euch empfehlen will. Es sind 4 ganz verschiedene Perspektiven von 4 ganz unterschiedlichen Menschen, die über Themen schreiben, die ihnen wichtig sind. Eine Gemeinsamkeit gibt es auch: Autismus.

Ich würde mich total freuen eure Antworten auf meine Fragen zu lesen und bin schon sehr neugierig. Habt ihr Lust? Dann los!

Meine Fragen für euch

  1. Warum schreibst du dein Blog?
  2. Welches Geräusch magst du gern?
  3. Was ist Freundschaft für dich?
  4. Was ist dein Lieblingsfilm?
  5. Wenn du dir einen Beruf ausdenken könntest, der perfekt zu dir passt, wie würde der aussehen?
  6. Welches Buch findest du gerade toll?
  7. Machst du Sport und wenn ja, welchen?
  8. Kannst du Autofahren?
  9. Was macht dich wütend?
  10. Was macht dich glücklich?
  11. Wo würdest du gerne alt werden?

Ich freu mich schon auf eure Antworten und hoffe, ihr könnt etwas mit meinen Fragen anfangen. Wenn ihr mögt, schreibt mir einen Kommentar hier drunter, wenn ihr euren Artikel geschrieben habt 🙂

Eure Anna

 

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2 Gedanken zu „„Liebster Award“ – discover new blogs

  1. Ella

    Vielen herzlichen Dank, liebe Anna, für´s Mitmachen. Ich freue mich sehr, dass Du Dich so ausführlich mit den Fragen beschäftigt hast. Es ist sehr spannend für mich – und sicher auch für andere Leser_innen, Deine Antworten zu lesen.
    Herzliche Ella 🙂

    Antwort

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