Wie akustische Bildbeschreibungen Autisten*innen helfen

Durch Film und Fernsehen Mimik verstehen

Seit einigen Jahren schalte ich immer wieder mal Filme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf den zweiten Kanal, die akustische Bildbeschreibung bzw. Audio-Deskription. Damit eröffnet sich für mich eine Lernplattform. Welches Gefühl drückt die Person gerade mit ihrer Mimik aus? Ein Beispiel: „Herr Müller kommt nach Hause und beginnt sein Jackett auszuziehen. Alarmiert hält er inne.“ Nun hat er im Gesicht vermutlich einen Ausdruck, der Angst und Überraschung zeigt. Der Vorteil ist, dass man das gesehene Bild mit der Audiobeschreibung verknüpfen kann, im Gegensatz dazu, wenn Blinde den Film betrachten, bei denen die Bild-Information fehlt.

Hörfilm-Symbol für Filme mit Audiodeskription: ein abstrahiertes durchgestrichenes Auge.
Bild: SVG von CennoxX / Wikimedia

Als Autist kann ich mir kurze Mikrobewegungen im Gesicht weder lange merken, noch schnell deuten – wenn überhaupt Augenkontakt bestand. Durch die Audiobeschreibung kann ich lernen: Die Person fühlt das, also verzieht sie ihr Gesicht so.

Beim Wahrnehmen von vielen Details wegkommen

Auch die Beschreibung des Groben bzw. des Gesamtzusammenhanges ist für Autisten nicht einfach, da sie eher ein Bündel an Details wahrnehmen. Bei Hörfilmen werden zum Beispiel die Akteure mit Beschreibung markanter Merkmale eingeführt. Somit ist Audiobeschreibung nicht nur eine Schule für Mimik, sondern auch für ganzheitliche Wahrnehmung.

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