Archiv der Kategorie: Gedanken

Wer ist dieser Autismus und warum braucht er eine Therapie?

Es ist eines der am meisten diskutierten Themen, wenn es um Autismus geht. Neben Entstehungstheorien geht es sehr oft um Autismustherapien. Vor einiger Zeit haben wir zusammen mit den Eltern von Autismus Mittelfranken einen Leitfaden erstellt, der dabei helfen soll Therapieangebote im Bereich Autismus einzuschätzen. Unsere Prüfkriterien für Therapieangebote sollen dabei helfen die eingesetzte Methode, die Therapeutin, den Therapieverlauf und die Umgebung einzuschätzen. Woran erkennt man schädliche Ansätze, die sich nicht wirklich an den Interessen des autistischen Menschen orientieren? Woran erkenne ich eine respektvolle, hilfreiche Haltung der Therapeutin? Welche Bedingungen in der Praxis und darüber hinaus sind (weniger) geeignet?

Heute möchte ich meine Gedanken auf einer weniger praktischen Ebene mit euch teilen. Ich mag einem Klischee in die Hände spielen, das besagt, dass wir die Dinge sehr wörtlich nehmen, doch das ist in Ordnung. Es ist oft zutreffend und ich halte das für eine Stärke. Manchmal führt es zu Missverständnissen bis hin zu Kommunikationsbarrieren, doch das liegt weniger in der Denkweise vieler Autist*innen begründet, sondern darin, dass die Mehrheit der nichtautistischen Menschen weniger bewusst mit ihrer Sprache umgeht und so Missverständnisse entstehen. Sie achten selten darauf, was sie da wirklich gerade sagen und ob ihre Worte womöglich noch anders wirken und verstanden werden können, als sie es gewohnt sind. Sich bewusster mit dem eigenen Sprachgebrauch auseinander zu setzen, kann zu einem respektvolleren Miteinander beitragen. Worte allein mögen keine gesellschaftlichen Missstände beseitigen, doch sie können ein Bewusstsein dafür schaffen, sie helfen Dinge zu bemerken, die unter der Oberfläche wirken. Worte haben Macht. Sie beeinflussen unser Denken und Handeln.

Im Grunde lässt sich das Kernproblem des Themas also bereits an der Wortwahl ablesen. Autismustherapie. Macht euch die Wirkung dieses Wortes bewusst. Was sagt es aus? Für wen ist diese Therapie? Wer ist dieser Autismus und warum braucht er eine Therapie? Hat er vielleicht Kopfschmerzen? Ist Therapie nicht eigentlich für Menschen gedacht? Ist damit nicht all das gemeint, was einem Menschen dabei hilft sich wohler, gesünder und glücklicher zu fühlen? Das kommt jedenfalls meinem Verständnis einer Therapie recht nahe. Es geht um das individuelle Empfinden von Zufriedenheit, um Wohlbefinden, um Lebensqualität. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass es spezialisierte Verfahren für sehr spezifische Krankheitsbilder gibt und dass Krebs nunmal mit einer Auswahl verschiedener dafür geeigneter Verfahren behandelt wird (wobei es auch hier nicht immer um Heilung geht, sondern oft darum möglichst gut damit zu leben). Aber hier geht es um die Haltung und außerdem sind Autist*innen nicht krank. Jedenfalls nicht automatisch. Es gibt keine Krankheit zu beseitigen oder einzudämmen, die Therapie richtet sich also nicht auf oder gegen etwas. Wer hatte schon mal die Assoziation, dass eine Therapie dafür da ist etwas Fremdes, Krankhaftes auszumerzen? Wir sind autistisch und es geht nicht darum, daran etwas zu ändern. Was ist also das Ziel einer Autismustherapie?

Eines der zentralen Konzepte, das jungen Ergotherapeut*innen in ihrer Ausbildung beigebracht wird, ist, dass sie keine Krankheiten therapieren, sondern Menschen. Darum wird ihnen eine breite Palette an Werkzeugen vermittelt, die ihnen dabei helfen sollen, den Menschen, seine Bedürfnisse und Wünsche möglichst umfassend einzuschätzen. Sie sollen fragen: Welche Ziele sind der individuellen Person besonders wichtig und welche Einschränkungen, Symptome oder Umgebungsbedingungen erschweren das Erreichen dieser persönlichen Ziele? Erst dann geht es an die Frage, welche Maßnahmen auf dem Weg dahin hilfreich sein können. Hier gibt es (meist, aber nicht immer) wissenschaftlich fundierte Erfahrungswerte und viele verschiedene Verfahren. Die konkreten Diagnosen und ICD-Schlüssel spielen eine untergeordnete Rolle, im Wesentlichen dienen sie der Abrechnung mit den Kostenträgern und vielleicht einer ersten Einschätzung der groben Richtung, in die es gehen könnte (aber nicht muss). Soweit zumindest die (schöne) Theorie.

In der Praxis geht es leider doch oft mehr um Krankheiten, Diagnosen und vorgefertigte Therapieschablonen. Statt eine Therapie mit einem Menschen zu gestalten und dabei auf ein vielfältiges Repertoire an Verfahren zurückzugreifen, wird ein Mensch in ein vorgefertigtes Therapieprogramm gesteckt. Im idealfall gibt es dazu Studien (mit nicht selten fragwürdigen Fragestellungen und Erfolgsdefinitionen) mit dem Ergebnis, dass es bei 73% der Betroffenen wirkt. Gut genug für die Krankenkasse. Eine Parallele zum festgefahrenen Schulsystem und seinem Problem mit der Inklusion nicht normkonformer Kinder zu ziehen, liegt hier wohl nahe.

Wie also sieht meine Vorstellung einer besseren Therapie für autistische Menschen aus? Die Antwort ist nur auf den ersten Blick verwirrend: ich habe keine. Obwohl ich mich seit vielen Jahren aus autistischer, professioneller Perspektive damit befasse. Ich habe keine Vorstellung davon, wie eine gute Therapie für Autist*innen aussehen sollte, weil es nicht darum geht, was ich oder irgendjemand sonst für gut und hilfreich hält, noch dazu ohne überhaupt zu wissen für wen. Es geht einzig darum, was dem einzelnen autistischen Kind dabei hilft, sein Leben so glücklich und zufrieden wie möglich zu meistern und dabei nicht krank zu werden an den oft feindlichen gesellschaftlichen Bedingungen um es herum. Therapie ist dann nicht auf Maßnahmen beschränkt, die das Kind selbst durchführen muss, zielt nicht in erster Linie auf Verhaltensänderungen und Anpassung des Kindes ab, sondern auf die Anpassung der Umwelt und Verhaltensänderungen bei den Menschen in seiner Umgebung. Vielleicht geht es aber auch erstmal nur darum, dem autistischen Kind das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu vermitteln, das es braucht, um erkennen zu können, wer es ist, was es braucht und was es mag. Und dann geht es vielleicht darum Radfahren zu lernen, weil es wichtig ist für dieses eine Kind. Oder darum zu laufen, einen Weg der Kommunikation zu finden, der dem Kind liegt und Spaß macht. In dem einen Fall geht es darum, möglichst selbstständig zu werden, im nächsten darum selbstbestimmt leben zu können, auch ohne Selbstständigkeit zu erreichen.

Vielleicht will ein Jugendlicher lernen, wie andere funktionieren, wie sie kommunizieren und wie er dadurch in sozialen Situationen besser zurecht kommen kann. Eine andere Jugendliche hält davon nicht viel, für sie ist es wichtiger selbstbewusst ihr Anderssein zu vertreten, Respekt einzufordern. Dann geht es darum sie darin zu unterstützen, ihr Umfeld zu informieren und sie vor Gewalt zu schützen. Viele erwachsene Autist*innen haben im Laufe ihres Lebens in einer Gesellschaft, die sie zur ständigen Anpassung zwingt, ihnen permanente Überforderung abverlangt, ihnen Gewalt antut, Depressionen entwickelt. Viele sind traumatisiert, haben Ängste oder andere psychische Erkrankungen entwickelt. Hier geht es in der Therapie vielleicht an allererster Stelle darum, sie so zu sehen wie sie sind und sie zu verstehen. Es geht darum zu lernen, dass nicht sie das Problem sind. Dass sie Autist*innen sind und dass das noch lange kein Grund ist, etwas an ihnen ändern zu wollen. Darum zu lernen sich und die eigenen Bedürfnisse, vielleicht zum ersten Mal, wahr- und ernstzunehmen.

Es gibt keine Autismustherapie. Aber es gibt sehr viele autistische Menschen, die eine gute Therapie brauchen, individuell auf sie zugeschnitten, an ihren persönlichen Zielen und Wünschen orientiert.

Aber was ist, wenn jemand diese Wünsche und Ziele nicht kommunizieren kann? Wer entscheidet darüber, welcher Weg zu mehr Lebensqualität und Zufriedenheit führt? Es ist sehr gefährlich die eigenen Vorstellungen darüber, was ein zufriedenes Leben ausmacht, auf die eigenen Kinder oder andere (nicht nur) autistische Menschen zu übertragen. Denken wir nur daran, wie die Lebensvorstellungen sich von einer Generation zur anderen, von einer Person zur anderen unterscheiden, auch ohne dass eine der Beteiligten Autistin ist. Vielleicht ist der Wunsch nach soviel Selbstständigkeit wie möglich für das eigene behinderte Kind der größte Wunsch der Eltern, dem autistischen Kind jedoch ist Selbstständigkeit völlig egal. Es möchte nur seine liebsten Gegenstände um sich haben, sein liebstes Essen und seine liebsten Gerüche. Es möchte freundliche Menschen in seiner Umgebung und keine Angst, keinen Schmerz, keine Überforderung spüren. Kurz: es möchte so leben, wie es selbst das bestimmt. Selbstständigkeit ist dafür nicht erforderlich. Vielleicht liegt die Antwort auch irgendwo in der Mitte. Lebensqualität ist jedenfalls nicht mit Selbstständigkeit gleichzusetzen, auch wenn Menschen die stärker als andere auf Hilfe angewiesen sind, in unserer Welt immer ein größeres Risiko tragen, dass ihre Selbstbestimmung verletzt wird. Dem Kind massive Maßnahmen zuzumuten, um soviel Selbstständigkeit wie möglich zu erlangen, damit später möglichst wenig Selbstbestimmung verloren geht, ist jedenfalls irgendwie paradox und ganz sicher nicht die richtige Antwort auf ein gesellschaftliches Problem.

Was also tun? Auch hier bleibt nur die Antwort, dass ich keine Antwort habe. Ich halte es jedoch für wichtig, Entscheidungen über das Leben und (Therapie-)Ziele von anderen Menschen nicht nur einer Einzelperson anzuvertrauen. Ich glaube, Eltern sind verpflichtet so viele verschiedene Perspektiven wie möglich einzubeziehen. Sie sollten mit vielen verschiedenen Autist*innen sprechen, über das Leben vieler verschiedener Autist*innen lernen, die nicht sprechen. Vor allem Anderen aber müssen sie genau beobachten, was ihr Kind glücklich und zufrieden macht, nicht was sie selbst für ein glückliches, zufriedenes Leben halten. Und dann alles dafür tun das zu ermöglichen. Durch Anpassung um jeden Preis entwickelt niemand das nötige Selbstvertrauen die eigenen Bedürfnisse auch gegen Widerstände durchzusetzen.

 

 

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Ein schöner Sonntagvormittag

Spezialinteresse – ein schöner Sonntagvormittag. Ich plane, was ich mir demnächst im Radio und Fernsehen aufzeichnen werde. Wie sieht ein schöner Sonntag für euch aus?IMG_7807

Herr Stieglitz

Mein Weg zur Diagnose

Hiermit berichte ich über das Ermitteln meiner Diagnose.

Ich hatte insgesamt drei Termine, alle fanden in einem großen, ruhigen Zimmer statt. Dieses war zweckmäßig mit einem Schreibtisch und drei Stühlen eingerichtet, die Wand war, bis auf ein Bild, angenehm leer.

Beim ersten Termin in der Praxis hatte ich von der Psychologin keinen guten Eindruck, da wir im Wesentlichen nur die zwei Termine für die Diagnose festlegten.
Allerdings ging sie auf mich als Person gefühlt recht wenig ein.
Sie erklärte mir, dass ich zum ersten Diagnosetermin 60 Euro mitnehmen müsste und zum zweiten Termin Schulzeugnisse (aus den Bemerkungen lässt sich einiges ablesen).
Ich vereinbarte die frühstmöglichen Termine, die sechs Monate später stattfanden.

Der zweite Termin dauerte etwa eine Dreiviertelstunde.
Die Psychologin empfing mich im gleichen Zimmer wie beim ersten Termin. Sie war wieder sehr ruhig und geduldig, was mir positiv auffiel.
Im Folgenden stellte sie mir Fragen zu meiner Familie, ob ich Geschwister hatte, wie sich diese im Vergleich mit mir entwickelt hätten, ob es Probleme bei der Geburt gegeben habe, wie die Jahre von Kindergarten ab verlaufen wären (ob ich Freunde hatte, wie oft ich mich mit diesen traf). Die Stichpunkte, die ich mit meinem Umfeld aufgelistet hatte, scheinen sehr hilfreich gewesen zu sein, sie notierte sich einige von ihnen.
Eine Prognose wollte sie jetzt noch nicht abgeben, was ich auch verstand. Sie fände es sehr gut, wenn zum dritten Termin meine Eltern mitkämen, um quasi eine Sicht von ‚außen‘ zu bekommen,

Wie lange der dritte Termin dauerte, weiß ich nicht genau, schätze aber, wie das letzte Mal eine Dreiviertelstunde.
Meine Eltern waren die gesamte Zeit über mit im Raum und beantworteten die Fragen der Psychologin abwechselnd mit mir.
Diese umfassten die Themengebiete Hobbies (hatte/habe ich ungewöhnliche Interessen?), Empathie (wenn ein Kind auf der Straße hinfallen würde, könnte ich es trösten?), Soziales (wie gut/schnell kann ich neue Kontakte knüpfen?), Freunde (habe ich ungefähr gleich viel wie meine Eltern/Geschwister?), Emotionen (habe ich eine sichtbare Mimik; kommt es vor, dass mein Gesichtsausdruck nicht zu meinen Gefühlen passt und missverstanden wird?). Sie füllte dabei einen zweiseitigen Fragebogen aus, auf dem sie meistens 0 oder 1 eintrug, aber das nur am Rande. Nicht erwähnt wurden die Themen Sexualität, Depressionen und Allein-fühlen, was mich wunderte, weil ich diese gefühlt öfter mit anderen Autisten bespreche.
Die Schulzeugnisse der ersten bis vierten Klasse, die ich schon kopiert mitgebracht hatte, behielt sie, da sie ausführlicher waren, als sie wohl erwartet hatte (je mindestens eine Seite pro Halbjahr) und sie sich diese noch einmal genauer ansehen wollte.
Den Bericht=die Diagnose bekomme ich innerhalb von vierzehn Tagen zugeschickt, wenn wir (ich und Eltern) noch Punkte darin erklärt haben wollen, können wir gerne einen Termin vereinbaren.

Der Bericht kam vier Tage später. Er ist zwei vollbeschriebene Seiten lang, sehr ausführlich und ich kann ihn im Wesentlichen, bis auf Kleinigkeiten, verstehen und nachvollziehen. Allerdings habe ich in der Vergangenheit schon viel mit Krankenhäusern und Ärzten zu tun gehabt und kann deswegen dem Sprachstil und den Aufbau leicht folgen.

 

Herr Stieglitz

Vorstellung meiner Person

Hallo, ich bin Herr Stieglitz und hiermit möchte ich mich den Lesern dieses Blogs kurz vorstellen.
Mit dem Thema Autismus bin ich bis vor kurzem überhaupt noch nicht in Berührung gekommen.

Dann begann ich meine Ausbildung und hatte plötzlich Probleme, die ich vorher nicht gekannt habe
und erst recht nicht in Worte fassen konnte.
Nach und nach verdichteten sich die Hinweise,
dass ich Autist sein könnte – sachdienliche Hinweise diesbezüglich nimmt
der Schreiber dieser Zeilen gerne entgegen (Ironie).

Dass ich etwas Besonderes und in manchen Dingen „anders“ bin, habe ich schon länger bemerkt  –
es gab und gibt Dinge, mit denen sich außer mir wohl nur wenige Menschen so intensiv beschäftigten (Radiowerbung etwa).
Dass dieses Besondere aber für ‚gewöhnliche‘ Menschen wiederum sehr interessant sein kann,
fiel mir erst in letzter Zeit besonders häufig auf
(ungefähr in dem Zeitraum, in dem das mächtige Wort mit A soviel Platz in meinem Leben eingenommen hat).
Es hilft mir zwar nicht immer (jedes Telefonat ist trotzdem eine neue Herausforderung),
aber es ist gut, zu wissen, dass man Andere auch mit solchen Dingen wie etwa Photos noch beeindrucken kann,
die man selbst als langweilig empfindet, weil man schon 20 Stück in der Art aufgenommen hat.

Soweit erstmal zu meiner Person. Ich werde hier nun öfter zu lesen sein
und wünsche noch einen schönen Tag.

Herr Stieglitz

Musik, Theater, und meine Autistische Erfahrenswelt.

Hallo! Das ist mein erster Post auf Autland, also erstmal ein kleiner Rundown.

Ich: 25, Männlich, Informatiker, Hobbyautor, Internetaffin, Asperger-Syndrom. Zoroaster ist mein gewählter Nickname hier, also der Name von Zarathustra, dem persischen Theosophen. Immer auf der Siche nach Wahrheit, bis zum Schluss. Suche nach Wahrheit war immer eines meiner größten persönlichen Anliegen, in welchem Bereich auch immer. Vielleicht auch ein Thema, über das ich mal schreiben könnte: „Autismus und Gerechtigkeits- und Wahrheitsbedürfnis“.

Nun aber in medias res.

„War er ein Tier, da ihn Musik so ergriff ? Ihm war, als zeige sich ihm ein Weg zu der ersehnten unbekannten Nahrung.“

Franz Kafka, die Verwandlung

Nun kann man von Kafka ja vieles behaupten, aber im Endeffekt ist die Entfremdung von der „normalen“ Welt und ihrem „normalen“ Wahnsinn, wie sie Gregor Samsa erfährt, ein mir nicht unbekanntes Gebiet – Wenige bis keine Autisten sind wohl in der Lage, mit dem NT-Alltag umzugehen, ohne sich eine bestimmte Persönlichkeit zurechtzulegen. So auch ich.

Musik, Theater, Kunst im Allgemeinen waren immer meine Möglichkeit, mich in idealisierte Charaktere hineinzuversetzen. Beginnen wir beim Theater. Zum einen ist das einfach – Den Charakteren auf der Bühne liegt das Herz sozusagen auf der Zunge. Hier herrscht -bis auf die Prämisse „Theater“ selbst, keine Täuschung des Zuschauers. Man trifft auf derart abstrahierte, hochdestillierte menschliche Ideale, dass die Einfühlung in die dramatische Person automatisch stattfindet.

Ich habe selbst eine Zeit lang Theater gespielt – Zugegebenermaßen drei Jahre, und zugegebenermaßen nicht gut. Dennoch: Es war erhellend, die Charaktere zum Leben zu bringen. Meiner persönlichen Überlebensstrategie von „Ich spiele jetzt mal NT“ gar nicht mal so unähnlich, aber da es Theater war, das ganze nochmal hochgepumpt wie auf Steroiden.

Dennoch bin ich mit der Zuschauerrolle tiefer verbunden. Ich fühle mich grundsätzlich eher wie ein Zuschauer auf dieser Welt. Sicher, ich kann handeln und Entscheidungen treffen, aber selbst dann kommt es mir eher vor, als ob es „mir passiert“, als dass ich sage „jetzt habe ich gehandelt.“

Musik ist ähnlich. Als Musiker tauge ich zu gar nichts. Also wieder in die Zuschauerrolle gedrängt. Verdammt sei meine versagende Körperkoordination! Dennoch (Und an guten Tagen vermute ich/hoffe ich auf leichte Synästhesie, aber das ist schwer nachzuweisen) kann ich aus Musik sehr viel ziehen. Hierbei geht es, im Gegensatz zum Theater, für mich vor allem um ein emotionales Bedürfnis. Dies ist eine Frage der persönlichen Präferenz – Ich bilde mir ein, die Musikszene gut zu kennen, und kann bestimmt auf Abruf einige Bands nennen, die vorrangig meinen Geist und nicht meine Seele ansprechen – dennoch ist es meist eine Ratio von 60/40 zwischen Gefühl und Gewissen.

Es geht hier also vorrangig um ein Entkommen, einmal mehr, diesmal allerdings anderer Art als beim Theater: So ist Musik für mich kein soziointellektuelles Bedürfnis, sondern eben, wie gesagt, eher eines meiner emotionalen Vergnügen im stillen Kämmerchen. (Protip: Stilles Kämmerchen wird es überall, wo ich Kopfhörer aufsetzen und abdriften kann 😉 ) Musik entgrenzt und emotionalisiert – interessanterweise NT und Autist zugleich. Insofern ist es auch ein Annäherungsmedium für mich.

Das wäre also soweit meine Sichtweise auf einen kleinen Teil dessen, wie ich erfahre, lerne und lebe. More to come, wie der Engländer sagt, sobald mich die Muse packt.

Best Regards – Stay safe out there!

Zoroaster

Über „Vollwertigkeit“ und Diskriminierung

Diskriminierung ist Teil unseres Alltags, beeinflusst und formt unser Denken und unsere Werturteile. Schnell sind wir dabei, abfällig von einem „Hartzer“ zu sprechen oder egoistische Verhaltensweisen als „autistisch“ und arbeitstätige Menschen im Gegensatz zu solchen, die längerfristig wegen Krankheit ausfallen, als „vollwertig“ zu bezeichnen (diese Beispiele habe ich mir nicht ausgedacht, sondern sind tatsächlich von mir erlebte Begebenheiten!). Die Liste derartiger Beispiele diskriminierender Äußerungen kann sehr lang werden, aber es geht mir nicht vorrangig darum, auf die Existenz dieser Äußerungen hinzuweisen, sondern ihre Auswirkungen auf mich zu beschreiben.

Mir geht es in diesem Blogartikel auch nicht darum, jede Art von abgrenzendem Vokabular als „bösartig“ oder „schrecklich“ zu brandmarken. Der Begriff „Diskriminierung“ stammt vom lateinischen Wort „discriminare“ ab, das unter anderem nichts weiter als „unterscheiden“ bedeutet. Unterscheidungen sind etwas ganz wertneutrales und außerdem grundlegend notwendig, damit Orientierung und Denken überhaupt möglich sind. Wir unterscheiden einen Stuhl von einem Tisch, blau von rot, einen Wal von einer Badewanne. Diese Unterscheidungen beinhalten keine Wertigkeiten: Kaum einer würde einen Stuhl als „intrinsisch wertvoller“ als einen Tisch betrachten, oder die Farbe rot „wichtiger“ als die Farbe blau. Deshalb handelt es sich dabei nicht um Diskriminierungen, sondern wirklich um reine Unterscheidungen. Es ist meiner Meinung nach auch kein Problem, menschliche Hautfarben zu klassifizieren, und es ist allgemein bekannt, dass es Länder und Staaten und Volksgruppen gibt, mit denen sich Menschen identifizieren oder auf andere Weise eine Form von Zugehörigkeit produzieren. Ich zum Beispiel bin von sogenannter „weißer“ Hautfarbe, habe mittelbraune Haare, spreche Deutsch als Muttersprache und habe in meiner Schublade einen deutschen Pass liegen, bin außerdem Autistin, „jung“, weiblich, und habe verschiedene Hobbies und Interessen, über die ich mich gerne unterhalte, weshalb ich den Kontakt mit anderen „gleichgesinnten“ Suche. Solange ich Autisten, weißhäutige Menschen, deutsche Muttersprachler usw. nicht in irgendeiner Weise „besser“ finde als Nicht-Autisten, andersfarbige Menschen, Menschen mit anderer Muttersprache usw. handelt es sich dabei lediglich um Unterscheidungen von der gleichen Art wie die Unterscheidung zwischen einem weißen Pferd und einem braunen Pferd – der Unterscheid ist schlicht und ergreifend da, und lässt sich auch nicht verleugnen.

Ich fühle mich dementsprechend nicht diskriminiert allein durch die Feststellung, dass ich Autistin bin, und auch nicht, wenn ich Freunde in einem anderen Land besuche und dort als „Freundin aus Deutschland“ vorgestellt werde, oder wenn ich irgendwo mein Alter angebe. Ich fühle mich aber diskriminiert, wenn Autismus mit bestimmten negativ konnotieren Charaktereigenschaften in Verbindung gebracht wird, wie Egoismus, mangelnde Empathie, übertriebener Ehrgeiz, oder mit irgendwelchen als negativ wahrgenommenen Verhaltensweisen. Ich fühle mich auch diskriminiert, wenn wohlmeinende Menschen mir den Rat geben, meinen Autismus geheimzuhalten, damit ich nicht diskriminiert oder „schief angeguckt“ werde. Ich fühle mich diskriminiert, wenn ich Verhaltensratschläge bekomme, wie ich mich irgendwo besser integrieren kann, oder wenn ich „gelobt“ werde, weil man mir meinen Autismus quasi nicht anmerkt.

Diese vielen scheinbar „kleinen“ und mitunter wohlgemeinten Aussagen und Äußerungen fügen mir jedes Mal einen schmerzhaften Stich in der Seele zu. Ich zucke jedes Mal innerlich zusammen, auch wenn ich es nicht sage oder man es mir nicht ansieht. Denn diese Äußerungen sagen nichts anderes, als dass Autismus mit seinen typischen Begleiterscheinungen nicht willkommen ist, dass man das harmonische Idyll einer homogen-„gesunden“ Gesellschaft nicht verstören oder zerstören soll, zu dem Preis, dass das einzelne autistische Individuum niemals sich selbst integrieren kann, sondern nur eine Maske der Standardisierung, hinter der der eigentliche Mensch zum Verstummen gebracht wird.

Ich möchte deshalb eindringlich plädieren an alle Menschen, die in irgendeiner Weise an der „Erziehung“ oder „Formung“ von Autisten beteiligt sind: Stellt nicht die vermeintliche Vollwertigkeit im Sinne eines bestmöglichen Funktionierens innerhalb einer standardisierten und normierenden Gesellschaft an erste Stelle; geht nicht davon aus, dass das Individuum durch „erfolgreiche“ Integration der Maske zu einem glücklichen und selbstbestimmten Leben gelangen wird; und geht niemals davon aus, dass die eigenen Ziele und Prioritäten für alle anderen ebenso gelten. Etwas konkreter ausgedrückt: Durch relativ „normales“ Verhalten endlich Freundschaften geknüpft zu haben, hat mich nicht glücklicher, sondern nur erschöpft und verzweifelt gemacht. Integration und unauffälliges Verhalten wurden implizit mit einer Art Leistungsprinzip verknüpft: Von anderen eingeladen zu werden, fühlte sich für mich an wie eine Note 2, von jemandem besucht zu werden wie Note 1, und wenn sich mir jemand anvertraut hat, entsprach das für mich gar einer 1 mit Sternchen! Freunde zu haben diente für mich nicht dazu, mich in ihrem Kreis geborgen und angenommen zu fühlen (so lautet meines Wissens das Paradigma von Freundschaft), sondern nach außen und auch mir selbst gegenüber den Anschein von sozialem Erfolg und Zugehörigkeit zu vermitteln. Es hat mich über 25 Jahre meines Lebens gebracht, bis ich begriff, dass dieses Leistungsdenken einer freundschaftlichen Beziehung nicht inhärent sein muss.

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Orientierung in einer unberechenbaren Welt

Stell dir vor, du unternimmst eine Expedition in ein unbekanntes Gebirge. Du bist allein und kennst dich nicht aus. Es ist Nacht und du siehst deine eigene Hand vor Augen nicht. Der Pfad, dem du folgst, ist unberechenbar und unregelmäßig. Mal wird er breiter, dann wieder führt er dich an gefährlichen schmalen Stellen vorbei. Er schlängelt sich unvorhergesehen den Berghang entlang, während nur ein Schritt neben dir ein Abgrund in die Tiefe führt. Ein falscher Schritt und du fällst.

Zum Glück gibt es eine Hilfe für den fremden Wanderer. Es ist nur ein einfaches Seil, aber es ist wie ein Geländer gespannt und bewahrt dich davor einen falschen Schritt zu tun. Es ist die einzige Orientierung, die du hast, also lässt du es niemals los. Deine Hand gleitet an diesem Seil entlang, hochkonzentriert auf jede Veränderung in der Spannung und der Richtung. Dein Leben hängt davon ab, zumindest fühlt es sich so an. Du weißt nicht, ob dein nächster Schritt ohne diese Hilfe dich in die Tiefe reißt oder zufällig doch auf festen Boden führt. Kein Risiko, das du freiwillig eingehst, wenn du bei Verstand bist.

Ein dramatisches Bild und fernab jeder Realität. Niemand wäre so leichtsinnig eine derartige Expedition zu unternehmen. Wenn, dann würde man bei Tageslicht gehen, wo man sich gut orientieren kann und auch nicht allein. In der Gruppe kann man sich gegenseitig absichern. Vielleicht nimmt man noch einen ortskundigen Führer mit, der die Tücken und gefährlichsten Stellen des Weges kennt und womöglich weniger heikle Alternativen aufzeigt.

Für viele autistische Menschen gleicht die Bewegung in unserer unberechenbaren Welt diesem Bild. Nur, dass wir nicht darauf warten können, dass die Orientierungslosigkeit alle 12 Stunden für einen Tag verschwindet. Sie ist immer da. Wir wissen nie, was als Nächstes passiert. Wenn wir vor die Tür gehen, mit einem Menschen kommunizieren, eigentlich schon sobald wir morgens die Augen öffnen, könnte jederzeit Alles passieren. Irgendeine Katastrophe, der wir nicht gewachsen sind, so dass wir fallen. Ohne Halt. Ohne Orientierung. Ohne zu wissen, ob wir das unbeschadet überstehen können. Immer umgeben von einer unkontrollierbaren Flut an Reizen und Sinneseindrücken, die uns keine Anhaltspunkte geben. Alles könnte gefährlich sein.

Zum Glück gibt es auch für uns Hilfen, die eine Bewegung in dieser chaotischen Welt sicherer machen. Wir müssen sie uns selbst erarbeiten, weil diese Welt nicht darauf vorbereitet ist, dass autistische Wanderer in ihr gefährliche Expeditionen unternehmen. Mit der Zeit spannen wir uns also unsere Seile, quer durch die Welt. An ihnen können wir uns entlanghangeln, Schritt für Schritt, um nicht abzustürzen. Um uns zu orientieren.

Andere Menschen bezeichnen diese wertvollen Seile so:

Auffällig unflexibles Festhalten an bestimmten nichtfunktionalen Gewohnheiten oder Ritualen.

Eine verlässliche, geplante Abfolge von Handlungen, die wir immer auf die gleiche Weise und in der gleichen Reihenfolge durchführen, kann uns sicher und wohlbehalten durch einen Tag führen. Es ist von zentraler Bedeutung, ob ich erst frühstücke und dann meine Tasche packe oder umgekehrt. Es ist wichtig, dass ich den Bus oder die Bahn zur gewohnten Zeit erreiche. Jede unvorhergesehene Änderung kommt einem Durchtrennen des Seiles gleich. Plötzlich ist die einzige Orientierung, die einzige Sicherheit, die einen durch diese unberechenbare Welt führt, verschwunden.

Manchmal gelingt es, das Seil wieder zu finden und trotz des Schrecks weiterzugehen. Manchmal auch nicht. Manche von uns können das besser tolerieren, als andere. Einige von uns haben zur Sicherheit mehrere parallele Seile gespannt, damit Ersatz da ist, falls eines zerstört wird.

An guten, mutigen Tagen, wenn wir uns auf diese Orientierungshilfen im Alltag verlassen können, wagen wir es ein paar Schritte von gewohnten Routen abzuweichen. Mutig einen Weg zu gehen, von dem wir nicht wissen, wo er uns hinführt und ob wir den kleinen Ausflug unbeschadet überstehen. Das ist sehr aufwühlend und anstrengend, aber auch spannend. Auch wir sind manchmal einfach neugierig und wollen uns ausprobieren, etwas wagen! Doch das funktioniert nur, wenn wir uns sicher genug fühlen. Wenn die mühsam gespannten Orientierungsseile in der Nähe sind. Und manchmal, da hilft auch ein sehr vertrauter Mensch dabei, der einem Halt gibt, wenn „alle Stricke reißen“.

Jede Veränderung ist ein Risiko. Manchmal können wir damit umgehen, manchmal auch nicht. Das hängt auch damit zusammen, wie gut wir uns unabhängig von unseren gewohnten, sicheren Routen in der Welt orientieren können. Darin unterscheiden wir uns stark.

Ich kannte einen jungen autistischen Mann, der so sehr wie kein Anderer, der mir bisher begegnet ist, auf seine wenigen, sicheren Seile angewiesen war. Er überstand einen Tag nur unbeschadet, wenn alles exakt nach Plan lief. Und auch dann war jeder Tag eine große Herausforderung. Er hat nicht verbal kommuniziert und sein einziger Weg mitzuteilen, wie unaushaltbar die Angst für ihn war, wenn etwas nicht nach dem gewohnten Plan lief, war wild um sich zu schlagen. Wir alle in seiner Umgebung haben den ein oder anderen blauen Fleck davon getragen und viele hatten keinerlei Verständnis für sein dringendes Bedürfnis nach Sicherheit. Denn nichts Anderes sind diese „nichtfunktionalen Gewohnheiten und Rituale“. Warum ist das so unverständlich? Und sind diese Sicherheitsseile nicht unglaublich „funktional“? Ist es nicht schrecklich anmaßend etwas als „nichtfunktional“ und damit überflüssig und unsinnig zu bezeichnen, was so einen essenziellen Wert für einen Menschen hat? Ich finde das jedenfalls extrem überheblich, respektlos und arrogant. Wenn man autistischen Menschen diese Sicherheitsseile durchtrennt, sie ihnen einfach wegnimmt, indem man sie auf „normales Verhalten“ trimmt, ist das für mich eine Form von Gewalt.

Natürlich ist es manchmal unausweichlich von gewohnten Plänen abzuweichen. Es passiert einfach, aus den unterschiedlichsten Gründen. Natürlich ist es gut, wenn es einem gelingt so etwas dann auszuhalten, ohne sich selbst oder die Menschen in seiner Nähe zu verletzen. Aber es ist wichtig zu verstehen, dass so etwas Vorbereitung und Verständnis braucht. Es müssen nach und nach Strategien für alle möglichen Situationen (oder wenn das möglich ist auch für Kategorien an Situationen, als Verallgemeinerung) erarbeitet werden. Und auch Strategien mit Situationen umzugehen, in denen alle Pläne versagen, ohne sich und andere dabei allzu sehr zu verletzen. Je mehr Seile wir spannen, desto freier können wir uns in der Welt bewegen. Ein Widerspruch? Ich finde nicht.

Besagter junger Mann wurde eines Tages damit konfrontiert, dass ein neuer Bus, den er nicht mochte, ihn von jetzt an nach Hause fahren sollte. Man versuchte ihn „schnell und schmerzlos“ in den Bus zu bugsieren, wie immer, doch es endete die erste Woche jeden Tag in einem Drama, mit vielen blauen Flecken auf allen Seiten. Dann sollte ich es mal versuchen und beim ersten Mal hat er mich fast erwürgt. Ich war selbst schuld, weil ich meinen Schal einmal locker um den Hals geschwungen trug. Er hielt sich an beiden Enden fest und mir blieb die Luft weg. Ihm fehlte jeder Halt, jede Sicherheit. Es war ihm unmögich in diesen fremden Bus einzusteigen und ich, mit meinem Schal, war der einzige erreichbare Halt. Kurz und gut: es gelang mir, mich zu befreien und 20 Minuten später hatten wir es geschafft, gemeinsam einzusteigen. Meinen Schal hat er trotzdem nicht losgelassen und mitgenommen. Er war auch wirklich schön weich und tröstlich. Die nächsten Tage waren ähnlich schwierig, bis wir nach etwa zwei Wochen neue Abläufe etabliert hatten. Immer die gleichen Schritte, buchstäblich ein Stück Seil (statt einem Schal) zum Festhalten, am Griff an der Decke des Busses festgebunden. Wir haben jeden einzelnen Schritt auf den Bus zu, die Stufe hinauf, bis auf den Sitz, wieder und wieder geübt. Erst ein Schritt auf die erste Stufe, dann wieder zurück, dann zwei Schritte, dann wieder zurück, usw. Immer auf die gleiche Weise, immer in der gleichen Reihenfolge. Es hat viel Zeit und Geduld gebraucht, aber letzten Endes war es das Wert. Weil er jetzt ein Seil hatte, an dem er sich während des verhassten Einsteigens in den Bus festhalten konnte. Es war nicht mehr jeder Schritt so furchtbar beängstigend, weil er wusste, was als Nächstes kam und so konnte er jetzt gut einsteigen.

Meine Orientierungshilfen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen dieses jungen Mannes. Auch wenn unser Leben auf den ersten Blick sehr unterschiedlich verläuft. Er, der bei jeder alltäglichen Handlung auf Unterstützung angewiesen ist, ich, die ihr Leben selbstständig lebt. Ich schlage nicht sofort um mich, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Aber auch ich erlebe Situationen, in denen ich gegen eine Wand schlage oder trete oder mich selbst verletze. Es ist seltener geworden, ich habe viele bessere Strategien entwickelt. Aber im Wesentlichen unterscheiden wir uns nicht.

Es heißt so oft, wir sprechenden, als „hochfunktional“ (warum ich diese „Funktionsniveaus“ ablehne in einem anderen Artikel) eingestuften Autisten wüssten nicht, was es bedeutet, wenn jemand „richtig“ autistisch ist. Darum könne man uns auch nicht ernst nehmen, wenn über „richtigen“ Autismus gesprochen wird. Das ist falsch. Wir sind autistisch, mit allem was dazu gehört. Auch wenn wir uns alle unterscheiden, haben wir sehr viel gemeinsam. Nicht jede „autistische Eigenart“ ist bei uns allen gleich intensiv ausgeprägt und Manchen von uns gelingt es schlicht und ergreifend einfach nur besser, zu kompensieren und zu kontrollieren, was davon nach außen sichtbar wird.

Ich hatte gestern einen dieser Tage, an denen mein sorgfältig erstellter Plan für eine Fahrt in die Stadt (für sich schon unsicher und anstrengend genug) und zu einem Treffen unvorhergesehen durchkreuzt wurde. Ich war total überfordert und kam kein bisschen damit klar.

Manchmal ist dann alles, was man tun kann, die Situation aushalten, sich in Sicherheit bringen und warten, bis der Fall zu Ende ist und man wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Anna

Über Fronten, Wahrheiten und Kommunikation

Die lautere Wahrheit

Die ganze Unwahrheit
setzt sich aus lauter ganz wahren
Wahrheiten
oder
Teilwahrheiten zusammen

Nur haben sich die
miteinander
noch nie ganz
auseinandergesetzt

So ist die ganze
Lüge
möglich geworden

(Erich Fried; Gesammelte Werke, Band 3, Seite 259)

Man kann es gerade wieder überall im Netz auf den Blogs von Autisten lesen. („Wir sind Autismus“, „#WirSindAutismus: Nein seid ihr nicht„) Wahrheiten, die aufeinanderprallen, Fronten, die sich verhärten. Anliegen und Wünsche und Ängste und Verletzungen, die irgendwo dazwischen verloren gehen. Wir sind nunmal keine Wunderkinder, wenn es um Kommunikation geht. Aber das heißt nicht, dass wir es nicht versuchen können. Versuchen sollten. Ich meine miteinander reden, nicht gegeneinander. Sich öffnen für die Perspektiven Anderer, um zu lernen, wie sie denken und die Dinge wahrnehmen. Auch wenn es mühsam ist.

Wovon ich überhaupt rede? Ja, das ist eine gute Frage.

Ich glaube es geht um Verletzungen und berechtigte Forderungen und Kritik an bestehenden Verhältnissen. Es geht darum den Mund aufzumachen und sich klar gegen all die noch immer vorherrschenden, menschenverachtenden Praktiken und Haltungen zu richten, mit denen autistische Menschen, vor allem Kinder, leben müssen. Es geht darum für unsere Rechte zu kämpfen. Dafür, dass unsere Persönlichkeit und Individualität respektiert und geschätzt wird, statt sie aus wohlmeinenden oder weniger wohlmeinenden Gründen zu beschneiden, zu verstümmeln. Darum uns auch für all die Autisten, die es nicht selbst laut herausschreien können, gegen die Unterdrückung zu wehren. Dagegen Erwartungen und Ansprüche an Normalität übergestülpt zu bekommen und dabei das eigene Selbst zu verlieren.

Dieser Kampf ist auch meiner. Mit allem was ich bin stehe ich dahinter.

Dahinter gegen ABA, MMS und wie diese grusligen Praktiken noch alle heißen zu kämpfen. Klar Stellung zu beziehen und darüber aufzuklären, was wirklich hinter diesen Versprechungen nach „Heilung“ oder „Verbesserung“ steht. Dass es nicht darum geht einen Menschen glücklich zu machen, zu befähigen die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und so gut wie möglich für sich einzustehen. Sondern darum Menschen, Kinder, den Vorstellungen und Erwartungen Anderer zu unterwerfen und mit Gewalt gefügig zu machen. Es macht mich krank, wenn ich daran denke, was Eltern und Therapeuten autistischen Kindern antun. Gerade den Kindern, die noch weniger als andere Kinder eine Stimme haben, um sich dagegen zu wehren.

Die Tragik dahinter ist, dass viele von diesen Menschen nicht einmal wissen, was sie da tun. Sie wollen überhaupt keinen Schaden anrichten. Sie meinen es gut und wissen es nicht besser. Leider ist „gut gemeint“ sehr oft das Gegenteil von „gut“ und es gibt sicher noch mehr schlaue Sprüche über die Schädlichkeit von guten Absichten. Ich bringe sie selbst gerne an. Ich entschuldige nichts damit. Aber es ist wichtig, zu verstehen, was einen Menschen dazu bringt sich für einen Weg zu entscheiden, wenn man diesen Menschen erreichen will.

Dann gibt es auch die Leute, die einfach ignorant sind und ihre eigenen niederen Motive verfolgen. Man erkennt sie nicht immer auf den ersten Blick, oft auch nicht auf den zweiten oder dritten. Erst dann, wenn der Schaden, den sie angerichtet haben, so groß ist, dass es zu spät ist noch etwas zu retten. Auch sie findet man nicht so selten unter Therapeuten und immer wieder auch unter Eltern. Eltern sind nicht von Natur aus gut zu ihren Kindern, es gibt keine angeborene „Mutterliebe“ oder ähnliche Mythen. Wir müssen uns nur die vielen Statistiken über Kindesmisshandlung ansehen, auch wenn es noch viel zu wenige gibt, die sich speziell mit der Situation von behinderten Kindern beschäftigen. Nur soviel: sie – wir – werden noch wesentlich häufiger Opfer von Gewalt. Und Gewalt, das wissen wir, hat sehr viele Gesichter (RW). Nicht alle sind so offensichtlich wie ein Schlag ins Gesicht. Manche sind sehr subtil. Aber es bleibt Gewalt.

Wir hier, in dieser kleinen autistischen Ecke des Internets, sind sehr schnell darin uns auf Feindbilder zu einigen. Autism Speaks, die MMS-Gurus, die ABA-Eltern oder gerne auch Autismus Deutschland. In den allermeisten Fällen stimme ich zu, rege ich mich auf, will ich aufschreien und die Leute so lange schütteln, bis ihnen die ganze Grausamkeit ihrer Handlungen bewusst wird.

Dann frage ich mich, wem ich damit wirklich helfe. Einerseits mir selbst und all denen von uns, die viel zu lange keine Stimme hatten, die viel zu lange herumgestoßen, missachtet und unterdrückt wurden. Das ist legitim und wichtig. Es ist nicht selten die Triebkraft für längst überfällige Veränderungen, das lehrt die Geschichte der Behindertenrechtsbewegung und anderer (ehemals) unterdrückter Bevölkerungsgruppen. Wir dürfen damit nicht aufhören. Wir müssen laut werden und unbequem und deutlich. Gerade wir!

Anpassung

Gestern fing ich an
sprechen zu lernen
Heute lerne ich schweigen

Morgen höre ich
zu lernen auf

(Erich Fried)

Aber reicht es wirklich aus, laut zu werden? Zu sprechen? Gehört nicht Zuhören genauso sehr zum Lernen? Wem hilft es, wenn man sich immer weiter um sich selbst dreht? (Außer dem Autisten, der damit hin und wieder sehr zufrieden ist.)

Sicher, es gibt sehr viele Menschen, die nicht bereit sind zuzuhören, die sich hinter ihre Festungsmauern zurückziehen und ihre Position verbittert verteidigen. Menschen, die nicht nachdenken, nicht zuhören, sondern nur sprechen. Warum sollte man ihnen zuhören? Sich mit ihnen beschäftigen?

Moment… ich glaube wir nähern uns dem Kern des Problems. Meine ich damit jetzt die Anderen oder uns selbst? Die, die nicht zuhören, sondern nur sprechen und schreien und ihre Position verteidigen?

Ich glaube, wir alle müssen lernen zuzuhören, wenn wir etwas erreichen wollen. Und sei es nur, um zu verstehen, wo unser Gegenüber steht, wie es denkt, was es motiviert, was es fürchtet, wovor es sich zu schützen versucht. Damit wir versuchen können einen gemeinsamen Ansatzpunkt für eine Diskussion zu finden. Sonst werden wir noch in zehn Jahren hier sitzen und uns gegenseitig mit Ignoranz begegnen und anschreien.

Es gibt Momente, in denen muss man laut werden und vehement auf Probleme hinweisen. In denen man keinen Schritt zurückweichen darf, weil man sonst verloren hat. Aber es gibt auch Situationen, in denen man miteinander sprechen und aufeinander zugehen muss. Dem Anderen Fehler verzeihen und gemeinsam daran arbeiten, dass sie sich nicht wiederholen. Oft ist das auch davon abhängig, wem man gerade gegenüber steht und es ist wirklich schwer zu entscheiden, was genau in diesem Augenblick gefragt ist.

Wir müssen die Menschen zusammenbringen, die bereit sind sich gegenseitig zuzuhören und voneinander zu lernen. Autisten, Eltern, Fachleute. Das Anschreien können wir uns für die Anderen aufheben.

Anna

Frustrierende Kommunikation

Manchmal geht es eine zeitlang gut. Meine Konzentration und Energie reichen aus, um in Unterhaltungen nicht nur an den eigentlichen Inhalt zu denken und meine Gedanken dazu auszudrücken, sondern parallel dazu auch über das WIE nachzudenken. Ich habe gelernt, dass WIE ich etwas ausdrücke den Menschen sehr oft wichtiger ist, als das WAS ich eigentlich zu sagen habe. Wenn das WIE nicht stimmt, ist das WAS irrelevant, während es für mich genau andersrum ist.

Aber oft reichen meine Konzentration oder Energie nicht aus, um über all diese Regeln und Konventionen und Formulierungsnuancen nachzudenken, während ich über etwas spreche und zuhöre und verarbeite. Und manchmal geht es mir auch nur so wahnsinnig auf die Nerven, dass ich nicht die geringste Lust und Geduld habe mich diesem für mich nutzlosen und überflüssigen Zwang zu unterwerfen. Wenn mich jemand anruft und mich damit in einer wichtigen Sache unterbricht und dann anfängt über unzusammenhängende irrelevante Dinge zu reden. Und ich dann unterbreche und frage: „Warum rufst du an?“. Es ist schon eine enorme Leistung, wenn ich überhaupt mal ans Telefon gehe. Das schaffe ich nur bei wenigen ausgewählten Menschen. Was ist daran verkehrt?

Dann sagt man mir, ich sei ZU abweisend, ZU unfreundlich, ZU direkt, ZU hart, ZU schnell, ZU wasauchimmer. Ich bin also das Problem. Immer wieder. Dabei will ich doch nur wissen, was der Andere eigentlich von mir will. Oder nur ausdrücken, was ich denke. Manchmal werde ich dann wütend, auf jeden Fall ist es immer wieder sehr frustrierend. Aber eigentlich, unter all dem Frust, bin ich einfach nur verletzt. Immer wieder und wieder sagt und zeigt man mir, dass ich einfach nicht richtig bin, so wie ich bin. Dass meine Gedanken und Worte im Grunde überhaupt niemanden interessieren. Sonst wäre das WIE nicht soviel bedeutender, als das WAS ich zu sagen habe oder dass ich überhaupt etwas sage.

Dann ist der erste Impuls Rückzug. Kommunikation einstellen. Einfach garnichts mehr sagen, weil es sowieso das Falsche sein wird. Und manchmal ist Schweigen dann alles, was ich kann. Manchmal tage- oder wochenlang. Schweigen und meine Gedanken denken und wissen, dass zumindest ich mich selbst richtig verstehe.

Auch wenn ich nicht gerne komplexe Dinge auf wenige Aspekte reduziere, beobachte ich doch, dass dieses Kommunikationsproblem mit anderen Autist*innen viel seltener auftritt. Auch hier ist nicht garantiert, dass zwei sich automatisch richtig verstehen oder auf die gleiche Weise kommunizieren. Wir sind von so vielen unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Aber hier habe ich weniger Angst, dass mir aus dem falschen WIE ein Strick gedreht (RW) wird. Hier weiß ich, dass die meisten im Zweifel einfach nachfragen, wie ich etwas gemeint habe. Oder mir direkt sagen, wenn ich etwas Verletztendes oder Unangebrachtes gesagt habe oder ihnen einfach nur auf die Nerven gehe. Manchmal bemerken sie das WIE in erster Instanz schon nicht. Weil der Inhalt zählt. Weil das WAS zentral ist. Weil sie vielleicht selbst verunsichert sind und gewohnt die Dinge immer wieder falsch zu verstehen. Da ist weniger Verurteilung, weniger Erwartung, weniger Missverstehen. Dafür mehr Respekt, mehr Ehrlichkeit und mehr Sensibilität. Das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen (RW).

Es gibt auch mit nichtautistischen Menschen gelingende Kommunikation. Es ist nicht einfach so schwarz-weiß. Es setzt Offenheit und die Bereitschaft voraus, sich auf andere Denk- und Ausdrucksweisen einzulassen. Vielleicht sind wir Autist*innen es auch einfach nur viel mehr gewohnt uns und unsere Kommunikation und Wirkung ständig zu hinterfragen und bewusst zu gestalten. Weil es eben nicht automatisch funktioniert.

Anna

#AutismIsNotACrime

„Autismus ist kein Verbrechen“, lautet die Aussage des Hashtags, unter dem gerade auf Twitter weltweit Autist*innen gegen die massive Konstruktion einer kausalen Verbindung von Autismus und Gewaltverbrechen durch die Medien protestieren. Dabei entstehen gerade unzählige, fantastische Blogartikel.

Aktueller Auslöser ist die Mordserie durch Elliot Rodger in Kalifornien. Bei ihm wurde angeblich als Kind das Asperger-Syndrom diagnostiziert, behauptete eine Zeitung. Reflexartig griffen andere Medien diese Aussage auf, insbesondere hier in Deutschland schaffte es dieses Detail direkt in die Überschriften, während alle anderen, wirklich wichtigen Umstände völlig vernachlässigt wurden. Wie zum Beispiel der maßlose Frauenhass des Täters oder die Namen seiner Opfer. Oder dass er seine Taten angekündigt hat, die Polizei das aber nicht ernstnahm. Oder dass er seit vielen Jahren in therapeutischer Behandlung war und trotzdem niemand etwas getan hat. Oder dass er in den USA ganz legal ein ganzes Waffenarsenal ansammeln durfte. Alles nicht wichtig, so lange man eine schöne Schlagzeile hat und so ein autistischer Amokläufer macht sich doch immer gut (Ironie).

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es noch nicht mal die Wahrheit ist. Eine reine Vermutung der Eltern, die ihren Sohn nicht verstanden haben und überfordert waren. Autisten ist ja schließlich alles zuzutrauen und die Eltern sind dann unschuldig. Die können ja nichts dafür, dass er zu solchen Monströsitäten fähig war, er war ja Autist! (Ironie)
Wie auch immer, ich finde es garnicht wichtig, ob er denn jetzt nun Autist war oder nicht. Es spielt schlicht und ergreifend keine Rolle. Was ich allerdings wichtig finde, ist der Umgang der Medien damit. Er war vor allen Dingen ein Mensch, der Frauen und andere Menschen so sehr gehasst hat, dass er sie umgebracht hat. Das spielt eine Rolle. Über die Gründe dafür sollen Andere schreiben – was aktuell auch ausgiebig getan wird.

Autismus ist kein Verbrechen. Vor allem ist Autismus nicht die Ursache für Gewalttaten, die von Menschen verübt werden.

Autisten begehen weniger Verbrechen als Nichtautisten, werden gleichzeitig aber wesentlich häufiger Opfer von Gewaltverbrechen. Wir werden schon als Kinder geschlagen, getreten und gedemütigt. In der Schule, auf der Straße und in unserem eigenen Zuhause. Wir werden behandelt wie Dreck. Kinder und Jugendliche terrorisieren und quälen ihre autistischen Mitschüler*innen. Mobbing, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen sind auch für erwachsene Autist*innen bittere, tägliche Realität.

Als wäre das noch nicht genug, stellt man uns bei jeder nur möglichen Gelegenheit als Gewaltverbrecher dar. Gefühlskalte, emotionslose Monster, die Menschen bestialische Dinge antun.

UNS tut man bestialische Dinge an. Bestialisch = unmenschlich. Man quält, missachtet und misshandelt uns und spricht uns unsere Menschlichkeit ab. IHR tut uns das an. IHR, die ihr am lautesten „Monster“ schreit, wenn wieder mal ein Autist als Verbrecher in den Medien dargestellt wird. IHR, die ihr fordert, man solle uns alle wegsperren. IHR, die ihr autistische Kinder „nur zur Sicherheit“ mit Mikrochips markieren wollt, als wären sie Hunde. IHR, die ihr uns das Recht zur Reproduktion absprecht. IHR, die ihr fordert, man solle uns am besten direkt umbringen.

IHR wagt es zu urteilen?
Wer ist hier wirklich das Monster?
Wer von uns verhält sich wirklich unmenschlich?
Vor wem sollten wir wirklich Angst haben? – Vor dem überforderten autistischen Kind, das in einer feindseligen Umwelt zu überleben versucht? Oder vor den Kindern, die es brutal zusammenschlagen, sein Leben bedrohen und es dann noch anpinkeln? (Ja, das erleben sehr viele autistische Kinder Tag für Tag.)

Eure scheinheilige Doppelmoral widert mich an. Ihr lasst zu, dass eure eigenen Kinder Andere wie Dreck behandeln und dann stellt ihr uns als emotionslose, asoziale Monster dar. Merkt ihr wirklich nicht, wer hier tatsächlich das Problem ist? Fragt euch doch endlich, was mit dem Sozialverhalten EURER Kinder nicht stimmt, wenn sie auf Schwächere einprügeln müssen, sie demütigen und ausgrenzen. Fragt euch lieber, was mit EUREM Menschenbild nicht in Ordnung ist, wenn ihr sie dafür auch noch in Schutz nehmt.

Aber hört verdammt nochmal auf uns als Verbrecher hinzustellen. Und fangt endlich damit an respektvoll und achtsam mit anderen Menschen umzugehen. Mit allen Menschen. Das schließt auch die ein, die ihr nicht versteht, weil sie anders sind, als ihr es seid.

Anna